Sa, 16. Dezember 2017

Unbedingt impfen!

11.03.2015 15:06

Zecken: Krankheitsüberträger im hohen Gras

Sie leben vor allem in Gras und Gestrüpp und können gefährliche Krankheiten wie FSME und Borreliose übertragen: die Zecken. Der Gemeine Holzbock ist die bei uns am häufigsten vorkommende Zeckenart. Ein Stich der Blutsauger ist nicht nur unangenehm, sondern kann für Mensch und Tier böse enden. Es empfiehlt sich daher unbedingt, zur Zeckenimpfung zu gehen.

Der Frühling bricht langsam an und es zieht Mensch und Tier ins Freie. Doch mit den ersten warmen Temperaturen erwachen auch die Zecken aus ihrer Winterstarre. Die Blutsauger leben im Gras und auf Sträuchern bis eineinhalb Meter Höhe. Sie sitzen meist an der Unterseite von Blättern und Halmen und werden bei Berührungen abgestreift oder lassen los.

Von Frühjahr bis Herbst sollte man daher sich selbst, Kinder und Haustiere nach einem Aufenthalt im Freien auf Zecken absuchen, damit eine rasche Entfernung stattfinden kann, wenn doch einmal eine der Milben zugestochen hat. Bei Kindern findet man sie vor allem am Kopf, bei Erwachsenen im Bereich der Beine und der Genitalregion. Es gibt zwar auch Zeckenarten, die ihre Wirte aktiv aufsuchen, sie befallen aber hauptsächlich Hunde und Katzen.

Infos über die aktuellen Verbreitungsgebiete finden Sie unter www.zecken.at.

Zecken mit Zeckenzange und Co. richtig entfernen
Spezielle Instrumente für die Entfernung der Blutsauger, etwa Zeckenzangen, gibt es in der Apotheke. Diese sollten dicht an der Haut angesetzt werden. Auf keinen Fall die Zecke zerquetschen oder abreißen, denn dadurch gelangen Krankheitserreger in die Wunde. Zudem bleiben dann oft die Beißwerkzeuge in der Haut stecken.

Durch leichtes Hin- und Herbewegen lässt sich der Zeck im Regelfall entfernen. Kein Öl oder andere Hausmittel anwenden, denn auch so erhöht man die Infektionsgefahr. Danach die Hautstelle desinfizieren.

Impfung schützt gegen FSME
Zecken können unter anderem die gefährliche Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) übertragen. Dagegen schützt die bekannte "Zeckenimpfung". Der Name FSME führt häufig zu dem Missverständnis, man wäre nur im Frühling gefährdet, doch auch im Herbst oder während eines milden Winters wurden Fälle gemeldet.

"Im Unterschied zu Borrelien erfolgt die Infektion mit den FSME-Viren unmittelbar nach dem Stich, da sich die Erreger in den Speicheldrüsen der Zecke befinden. Es handelt sich um einen RNA-Virus aus der Familie der Flaviviren. Derzeit sind drei Subtypen bekannt (europäische, östliche und fernöstliche). Nach der Infektion besteht vermutlich eine lebenslange Immunität", erläutert Erich Schmutzhard von der Universitätsklinik für Neurologie an der Med-Uni Innsbruck.

Symptome ähneln einer Grippe
Bei etwa einem Drittel der Infizierten kommt es tatsächlich zu einer Erkrankung. Die ersten Symptome sind wie bei einer Grippe Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen etc. auf. Nach einer Phase der vorübergehenden Beschwerdefreiheit markiert ein Wiederauftreten von Fieber den Beginn der zweiten Phase. Es entwickeln sich Entzündungen des Gehirns und/oder der Gehirnhäute, auch eine Beteiligung des Rückenmarks ist möglich. Zudem können Herzmuskel oder Leber betroffen sein.

Vor allem Kinder und ältere Menschen sind gefährdet. Eine Therapie dagegen gibt es nicht, nur die Symptome können gelindert werden. Langzeitschäden wie Lähmungen sind sehr häufig, in extremen Fällen kann FSME sogar tödlich enden.

Borreliose: Frühe Diagnose wichtig
Wesentlich häufiger als FSME, aber nicht weniger gefährlich ist die Borreliose. Sie wird durch Bakterien ausgelöst, daher gibt es keine Impfung. Wichtig ist eine frühe Diagnose der Krankheit sowie die Therapie mit Antibiotika. Je früher die Ansteckung erkannt wird, umso unwahrscheinlicher sind Folgeschäden, die vor allem neurologischer Art sein können.

Da nur jeder zweite Patient bei einer Borreliose-Infektion Hauterscheinungen aufweist, sollten abnorme Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie ein Krankheitsgefühl auch Wochen nach einem Zeckenstich zu ärztlicher Abklärung führen, da es sich auch dabei um Symptome handeln kann.

Die Übertragung der Erreger ist prinzipiell nicht zu verhindern, wenn man von einer befallenen Zecke "erwischt" wird. Das Infektionsrisiko beträgt fünf Prozent. Die Blutmahlzeit des Parasiten muss aber mindestens 16 bis 24 Stunden dauern, damit es zur Übertragung der Bakterien kommt. Daher sollten auch FSME-geimpfte Personen die betroffene Stelle nach einem Zeckenbiss bis zu vier Wochen täglich auf Hautveränderungen und Rötungen kontrollieren. Bei Ausdehnung und Bildung eines Ringes sofort einen Arzt aufsuchen.

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