So, 18. Februar 2018

Neue Studie zeigt:

26.01.2015 12:18

Wer grantig twittert, stirbt womöglich früher

Forscher des University of Pennsylvania haben durch die Analyse etlicher Millionen Kurznachrichten auf Twitter herausgefunden, dass die Gemütslage der Twitter-Nutzer in verschiedenen Gegenden und deren Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, zusammenhängen. Wer grantig twittert, hat demnach ein höheres Risiko, beispielsweise an einem Herzinfarkt zu sterben, während fröhlich twitternde Menschen einem geringeren Risiko ausgesetzt sind.

Für ihre Studie haben die US-Forscher einem Bericht des "Pacific Standard" zufolge fast 150 Millionen Tweets aus 1.347 Bezirken ausgewertet und auf die darin genutzte Sprache untersucht. Die Tweets wurden auf Basis von Signalwörtern wie "hassen" oder "lieben" in positive und negative Nachrichten aufgeteilt. Anschließend wurde der Einfluss der Stimmungslage auf Twitter auf das tatsächliche Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, untersucht.

Tweets zeigen die Stimmungslage der Menschen
"Bedenkt man, dass der typische Twitter-Nutzer mit einem Durchschnittsalter von 31 Jahren jünger ist als jene Menschen, die typischerweise einem höheren Herzerkrankungsrisiko ausgesetzt sind, ist es nicht offensichtlich, wieso die Twitter-Sprache die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen abbilden sollte", gibt Studientautor Johannes Eichstaedt zu.

Trotzdem seien die Tweets ein guter Indikator für das Risiko, an einem Herzinfarkt oder einer anderen Herzerkrankung zu sterben: "Die Leute, die twittern, sind nicht die Leute, die sterben. Trotzdem zeigen die Tweets der jüngeren Erwachsenen Charakteristika ihrer Gesellschaft, schließlich zeigen sie ihre wirtschaftliche, physische und psychologische Umwelt."

Grantige Tweets bedeuten höheres Risiko
Für ihre Studie haben die Forscher die Gemütslage der Tweets mit zahlreichen anderen Faktoren – etwa dem mittleren Einkommen, dem Bildungsgrad und Risikofaktoren wie Diabetes, Fettleibigkeit oder Rauchen – abgeglichen und mit den Sterberaten durch Herzkrankheiten in den untersuchten Gebieten verglichen.

Das Ergebnis: Je häufiger in einer Region auf Twitter Wörter aus den Bereichen Wut, negative Beziehungen, negative Emotionen und ähnlichen Bereichen erscheinen, umso größer ist dort das Risiko, im Alter an einer Herzkrankheit zu sterben. Auf der anderen Seite gehe die Verwendung positiver Emotionen und Wörter auf Twitter mit einem geringeren Herzkrankheitsrisiko im Alter einher.

Für die Forscher ist ihre Erkenntnis vor allem deshalb wichtig, weil sie in Twitter nun ein probates Mittel sehen, um die Stimmungslage ganzer Gemeinschaften zu analysieren und in der medizinischen Forschung zu berücksichtigen. "Die Sprache auf Twitter könnte das Fenster in die gesammelten und mächtigen Effekte des gesellschaftlichen Kontexts sein", hofft man in der Studie.

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