Mo, 20. November 2017

Neben UNO-City

23.09.2014 10:39

NSA betreibt Abhörstation auf Wiener Hochhaus

Dass der US-Geheimdienst NSA in Österreich Abhörstationen betreibt, ist spätestens seit den Enthüllungen des Ex-Geheimdienstlers Edward Snowden bekannt. Jetzt zeigt eine Fotoserie eine dieser mutmaßlichen Abhörstationen auf dem Dach eines direkt neben der Wiener UNO-City gelegenen Hochhauses. Allein die räumliche Nähe zum Sitz der Vereinten Nationen lässt bereits auf den Zweck der als Wartungs-Hütte getarnten Abhörstation schließen: Sie dürfte Signale von in den UN-Räumlichkeiten installierten Wanzen empfangen.

Enthüllt wurde die in 130 Metern Höhe gelegene NSA-Hütte am Dach des gleich neben der UNO-City gelegenen IZD-Towers vom FM4-Journalisten Erich Möchel. Ihm wurde eine Fotoserie zugespielt, die das vom Boden aus kaum zu erkennende Überwachungs-Häuschen in der Nahaufnahme zeigt (siehe oben).

Dem Bericht zufolge enthalten die Bilder einige interessante Details, die dafür sprechen, dass es sich bei der Hütte um eine womöglich bemannte Überwachungsstation handelt.

Verdächtige Klimaanlage an der Abhör-Hütte
Da wäre etwa der Luftauslass einer Klimaanlage an dem Häuschen, der für eine reine Wartungshütte untypisch ist. Er spricht dafür, dass die Abhörstation entweder bemannt ist - oder, dass die Klimaanlage dazu dient, die Elektronik im Inneren an heißen Sommertagen vor allzu großer Hitzeentwicklung zu schützen.

Auffällig ist außerdem, dass der gesamte Dachbereich, in dem sich die Hütte befindet, mit Metallgittern vom Rest des Dachs abgeschottet und nur über eine einzelne stählerne Treppe zu erreichen ist.

Hütte wird mit Kameras lückenlos überwacht
Die Grundfläche des Häuschens schätzt Möchel auf Basis der Fotos auf etwa 15 Quadratmeter. Weil es etwas versetzt zum Rand des Dachs steht, ist es vom Boden aus kaum zu erkennen. Allem Anschein nach wurde die Hütte extra auf die UNO-City ausgerichtet, um Informationen von dort zu empfangen.

Der gesamte Dachbereich, in dem sich die mutmaßlich aus funkdurchlässigem Material wie Glasfasermatten gefertigte Hütte befindet, wird durch Überwachungskameras lückenlos überwacht.

Mehrere NSA-Horchposten in Österreich
Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei dem Aufbau am IZD-Tower nicht um den einzigen NSA-Abhörposten in Wien handelt. Auch in der US-Botschaft soll der amerikanische Geheimdienst tätig sein.

Zudem gibt es im hoch gelegenen Wiener Villenviertel Pötzleinsdorf eine US-Villa (siehe Infobox), deren Dach mit auffallend vielen Antennen versehen ist und von der aus dem Bericht zufolge eine optimale Funkverbindung zum NSA-Häuschen am IZD-Tower möglich sein dürfte. Außerhalb Wiens soll die NSA zudem über den österreichischen Horchposten Königswarte weit nach Osteuropa hinein lauschen.

US-Büros im IZD-Tower nicht verzeichnet
Eine offizielle Bestätigung, dass es sich bei der Hütte auf dem IZD-Tower um eine Abhörstation handelt, gibt es nicht. "Wir haben nichts dazu zu sagen", so eine US-Diplomatin. Auffällig ist dem Bericht zufolge allerdings, dass die obersten drei Stockwerke zwar seit der Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 2001 von der US-Vertretung bei den vereinten Nationen genutzt würden, im Erdgeschoss des Gebäudes auf jener Anzeigetafel, welche eine Übersicht über die Mieter liefert, aber keine US-Vertretung aufscheine.

Ebenfalls interessant: In den Stockwerken unter den von der US-Vertretung genutzten Räumlichkeiten soll es eine auffallend hohe Mieterfluktuation geben. Erst kürzlich soll ein Pharmakonzern den 34. Stock des Gebäudes verlassen haben, die vier Stockwerke darunter werden bald von den ÖBB aufgegeben.

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