Di, 21. November 2017

Nicht wegzukriegen

14.01.2014 09:24

Google Maps: Ort kämpft gegen „Adolf-Hitler-Berg“

Die bayrische Gemeinde Wackersberg wird einen stigmatisierten Namen nicht los: Seit Jahren lässt sich bei Google Maps der nahegelegene Heigelkopf auch unter dem Suchbegriff "Adolf-Hitler-Berg" finden. "Wir arbeiten schon lange, das rauszubekommen", klagt Bürgermeister Alois Bauer. Warum das immer noch nicht passiert ist, kann man sich in Wackersberg nicht erklären. "Wir haben alles versucht, die Sache ist bis nach Amerika gegangen", so Bauer. Doch bislang habe Google keine offizielle Stellungnahme abgegeben.

Der US-Konzern hat bei seinem Kartendienst immer wieder mit der Nazi-Vergangenheit zu kämpfen. Erst vergangene Woche gab es in Berlin Empörung um den Theodor-Heuss-Platz, der auf Google Maps kurzzeitig auch unter seinem Namen während der NS-Zeit - "Adolf-Hitler-Platz" – zu finden war (siehe Infobox). Google musste sich offiziell für den Fehler entschuldigen, der aber offenbar nicht so einzigartig ist.

Bereits 2007 berichteten Medien über den "Adolf-Hitler-Berg" in Bayern. Den Namen soll der Gipfel tatsächlich während des Nationalsozialismus getragen haben. Der Wackersdorfer Gemeinderat habe ihn - wie in vielen Orten in Österreich und Deutschland - im April 1933 nach der Machtergreifung der Nazis so umbenannt, berichtete der Bad Tölzer Heimatforscher Christoph Schnitzer laut örtlichen Medien. Damals sagte ein Sprecher von Google, man sei darum bemüht, den Namen ein für alle Mal zu tilgen.

Aber auch anderswo fehlt es nicht an historischen Bezügen: So findet der Nutzer die russische Stadt Wolgograd auch unter dem Namen, den die Stadt während des Zweiten Weltkriegs trug: "Stalingrad". Das ostdeutsche Chemnitz lässt sich hingegen auch mit der Suche nach "Karl-Marx-Stadt" finden, wie der Ort bis nach der Wende hieß. Und in Wien lässt sich nach wie vor bei der Suche nach dem 2012 umbenannten "Dr.-Karl-Lueger-Ring" der heute "Universitätsring" genannte Abschnitt der Ringstraße finden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden