Mo, 11. Dezember 2017

Zu viel ist ungesund

20.09.2013 14:46

Rotes Fleisch sollten Sie nur in Maßen genießen

Zarter Tafelspitz, ein saftiges Steak, Wiener Schnitzel oder auch Würstel – viele Österreicher können bei diesen Speisen nicht Nein sagen. Müssen sie auch nicht generell. Trotzdem lautet die Ernährungsempfehlung: Nur in Maßen genießen und öfter einen Bogen um die Fleischtheke im Supermarkt machen! Denn zu viel "Fleischeslust" geht mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko einher – das beweisen immer mehr Studien, die auch Thema bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie in Graz waren.

Als schädlich gilt der übermäßige Verzehr von rotem Fleisch - dazu zählen Rind, Schwein, Wild und Lamm. "Da Männer mehr davon konsumieren als Frauen, haben sie auch ein höheres Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken", berichtet Dr. Christoph Gasche, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie aus Wien.

Warum ist nur rotes Fleisch "gefährlich", weißes (Geflügel) hingegen nicht? "Im roten Fleisch ist das Muskelfaserenzym Myoglobin – ein Sauerstofftransporter – viel konzentrierter enthalten. Darin gebunden ist wiederum das sogenannte Häm-Molekül, welches für die rote Farbe des Fleisches verantwortlich ist und viel Eisen enthält", erklärt der Gastroenterologe. "Nimmt man zu viel dieses tierischen Eisens – auch Häm-Eisen genannt – zu sich, kommt es im Verdauungstrakt zu Zellschäden, woraus sich in weiterer Folge auch ein Darmtumor entwickeln kann."

Auch Herz und Kreislauf werden belastet
Älteren Untersuchungen zufolge wird der Verzehr von großen Mengen roten Fleisches außerdem mit Herzkreislaufkrankheiten, einem erhöhten Infarktrisiko und Schlaganfall in Verbindung gebracht. Auch Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs treten bei Fleischfans häufiger auf.

Wie ernährt man sich also richtig? "Sowohl Frauen wie auch Männer sollten maximal ein Mal pro Woche rotes Fleisch essen", empfiehlt Dr. Gasche. Ausgenommen davon sind Frauen mit chronischem Eisenmangel. Außerdem rät er, vermehrt auf Eisen aus nicht-tierischen Quellen, sogenanntes Nicht-Häm-Eisen, zu setzen. Es ist im Gegensatz zum Häm-Eisen auch bei hohem Konsum nicht krebserregend. Ballaststoff- und faserreiche Ernährung (Obst, Gemüse) schützt sogar vor Darmkrebs!

Getreide und Hülsenfrüchte als Eisenquelle
Besonders viel gutes, weil pflanzliches Eisen enthalten Getreide wie Hirseflocken und Amarant, Kürbiskerne und Sesamsamen, grünes Gemüse (die Farbe entsteht durch eisenbindende Moleküle), Hülsenfrüchte wie Sojabohnen und Linsen, Trockenfrüchte (z.B. Papaya, Marillen), Kräuter (frischer Oregano, Petersilie etc.) und sogar Bitterschokolade. Für eine gute Eisenaufnahme am besten mit Vitamin C kombinieren.

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