Di, 12. Dezember 2017

Potenziell tödlich

05.11.2011 09:00

Von TV bis Handy: Die gefährlichste Technik zu Hause

Technik erleichtert unser Leben auf verschiedenste Art und Weise, doch sie stellt ebenso Gefahren dar. Die lauern auch zu Hause - und zwar nicht nur für Kinder. krone.at zeigt dir die risikoreichste Heim-Technik und wie du für mehr Sicherheit sorgst.

Handy und MP3-Player
Nicht nur im Auto lenkt das Telefonieren mit dem Handy zum Teil lebensgefährlich ab. Einer US-Studie aus dem Jahr 2009 zufolge werden auch telefonierende Kinder häufiger Opfer von Unfällen. Wie eine andere Untersuchung ergab, mussten 2008 über tausend Fußgänger in den USA ins Krankenhaus, weil sie sich durch Unachtsamkeit aufgrund des Handys verletzt hatten: Vom verstauchten Knöchel nach einem Stolperer bis hin zum Laufen gegen einen Laternenpfahl reichten die Unfälle. Dabei liegt die Dunkelzahl viel höher, vermuten Wissenschaftler - die meisten Menschen würden aus Scham nicht den wahren Verletzungsgrund angeben.

Ähnlich ist das Problem bei MP3-Playern gelagert: Die Nutzer sind durch die Musik dermaßen abgelenkt, dass sie ihrer Umgebung nicht genug Aufmerksamkeit widmen. In Australien wird daher schon vor den sogenannen "iPod-Zombies" gewarnt.

Doch nicht nur draußen, auch zu Hause drohen Verletzungen - besonders beim Versuch, Handy und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Schnell führt ein unbedachter Schritt zum Ausrutschen, gleitet der Topf aus der Hand und ist die Balance verloren. Beim Kochen oder auf Trittleitern hat das Handy daher nichts verloren.

Fernseher
Die vielleicht größte Gefahr für kleine Kinder stellen Fernseher dar. Sie sind oft schlecht oder gar nicht verankert, sodass sie jedes Jahr Kinder unter sich begraben. Die Gefahren sind vielfältig: Im September 2010 wurde ein fünf Monate altes Mädchen in Wien von einem Röhrenfernseher erschlagen, als sich eine Rolle vom fahrbaren TV-Tisch löste und das TV-Gerät so ins Rutschen geriet. Im November vergangenen Jahres starb ein Dreijähriger in Köln ebenfalls unter einem alten TV-Gerät, als der Bub auf den Fernsehtisch klettern wollte.

Fernseher - egal ob Röhren- oder Flatscreen-Monitor - sollten daher immer fest verankert werden, am besten an der Wand verschraubt, und sich wenn möglich außerhalb der Reichweite von Kleinkindern befinden. Auch das TV-Möbel muss über einen sicheren Stand verfügen und Zugkraft widerstehen können.

Knopfzellen
Kinder schlucken viel, was Eltern beunruhigt, doch nicht immer ist ein Gang zum Arzt nötig. Bei Batterien hingegen liegt der Fall anders. Besonders Knopfzellen, auch Knopfbatterien genannt, sind aufgrund ihrer geringen Größe und der runden, an Süßigkeiten erinnernden Form gefährlich. Sie können, sofern nicht vorher auf natürlichem Wege ausgeschieden, in Speiseröhre oder Magen schwere Verätzungen hervorrufen. Hinweise können vermehrter Speichelfluss, Würgereiz, Erbrechen und Atemnot sein - insbesondere bei größeren Modellen, die oft in der Speiseröhre stecken bleiben. Das Verschlucken der kleinen Batterien passiert jedoch auch Erwachsenen, die diese zum Beispiel beim Wechseln kurz zwischen die Lippen nehmen. Auch sie sollten sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Batterien und Akkus haben in Kinderhänden generell nichts zu suchen und sollten außerhalb der Reichweite der Kleinen aufbewahrt werden.

Aktenvernichter
Wer von zu Hause aus arbeitet und daher einen Aktenvernichter sein Eigen nennt, sollte ihn nur versperrt aufbewahren, denn immer wieder greifen Kinder in die Geräte. Erst Ende Oktober wurde ein zweijähriges Mädchen ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht, nachdem es mit der Hand in einen Aktenvernichter geraten war. Zum Glück verfügte dieses jedoch über eine Schutzvorrichtung, die das Gerät abschaltete, sodass das Kind mit Quetschungen davonkam.

Doch auch Erwachsene können sich an Aktenvernichtern verletzen, schuld sind meist nachlässige Handhabung und unsichere Aufstellungsorte. Stehen sie an einer ungünstigen Stelle, werden sie von Haustieren oder den Besitzern selbst umgeworfen, was die scharfen Klingen ans Tageslicht befördern und zu Verletzungen führen kann.

Babyfon
Wer mittels Babyfon mit seinem Kind verbunden sein möchte, kann den Sender meist nicht nur mit Batterien oder per Akku betreiben, sondern auch an ein Netzteil anschließen. Dieses stellt mit seinem Kabel jedoch ein erhöhtes Strangulationsrisiko dar, wenn das Kleinkind es erreichen kann. Erst im Februar wurden aus diesem Grund 1,7 Millionen Video-Babyfone eines US-Herstellers zurückgerufen, da sich zwei Todesfälle ereignet hatten.

Zur Sicherheit solltest du daher alle Kabel aus dem Kinderzimmer verbannen und das Gerät außerhalb, zu den Wachzeiten des Kindes, aufladen.

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