So, 22. April 2018

Hilfsorganisationen:

08.04.2018 09:50

„150 Tote bei Giftgas-Angriff in Syrien“

In Syrien ist es in der Nacht auf Sonntag laut Hilfsorganisationen erneut zum Einsatz von Giftgas gekommen. Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghouta seien demnach mindestens 150 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden. Unter den Opfern seien auch viele Kinder, ganze Familien sollen nach dem Abwurf einer Fassbombe voller Chemikalien in Schutzunterkünften erstickt sein. Syriens Regierung hat die Berichte umgehend dementiert.

 Es sei über den Geruch von Chlor berichtet worden, Retter glaubten jedoch an die Verwendung von Sarin-Gas, sagte ein Sprecher Hilfsorganisation UOSSM. „Das ist eine der schlimmsten chemischen Attacken in der syrischen Geschichte“, erklärte der UOSSM-Vorsitzende Ghanem Tayara.

Dutzende Leichen von Frauen und Kindern
Der Hilfsorganisation SAMS zufolge habe eine Bombe mit Chlorgas ein Krankenhaus in Duma getroffen. Dabei seien sechs Menschen getötet worden. Ein zweiter Angriff mit verschiedenen Chemikalien habe ein Gebäude in der Nähe getroffen. Dabei seien 35 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer seien Frauen und Kinder gewesen. Die Organisation werde mit den Vereinten Nationen sowie den Regierungen in den USA und Europa Kontakt aufnehmen. Im Internet kursierten Videos mit rund einem Dutzend Leichen von Kindern, Frauen und Männern, von denen einige Schaum vor dem Mund hatten.

Nachrichtenagentur Sana weist Berichte als unwahr zurück
Die syrische Nachrichtenagentur Sana verwarf die Berichte als unwahr. „Einige Medien, die für ihre Unterstützung der Terroristen bekannt sind, haben behauptet, dass die Armee chemische Waffen in der Stadt Duma benutzt habe“, hieß es da. Derartige Berichte dienten nur dazu, das Vorrücken der syrischen Armee zu hindern. Die syrische Armee war zuvor begleitet von schweren Luftangriffen auf Duma vorgerückt. Dabei waren zahlreiche Zivilisten getötet worden.

Auch die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte teilte mit, sie könne einen Giftgaseinsatz nicht bestätigen. Die in London ansässige Organisation, die sich auf ein Aktivisten-Netzwerk in Syrien stützt, erklärte, sie habe Informationen über elf Tote in Duma. Diese Menschen seien in dichtem Rauch nach einem Angriff mit einer konventionellen Waffe erstickt.

 krone.at
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