Do, 26. April 2018

„Rasantes Wachstum“

01.02.2018 07:10

Musik-Streaming legt um 68 Prozent zu

Der Verband der österreichischen Musikwirtschaft IFPI hat Grund zur Freude: 145,4 Millionen Euro wurden im Vorjahr am Musikmarkt in Österreich umgesetzt, was einem Plus von 6,1 Prozent entspricht. Verantwortlich war dafür allen voran das Streaming-Segment, das laut IFPI-Präsident Dietmar Lienbacher ein "rasantes Wachstum" verzeichnete. Wichtigste Umsatzbringer blieben aber physische Tonträger.

Nutzer von Spotify und Co steuerten den am Mittwoch bei einer Pressekonferenz präsentierten Zahlen zufolge 32,6 Millionen Euro zum Gesamtmarkt bei, ein Wachstum von 86 Prozent. Den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre konnte auch Vinyl fortsetzen, hier gab es einen Anstieg von zehn Prozent auf 7,8 Millionen Euro. Dennoch blieb der physische Markt insgesamt rückläufig: Nach 80,6 Millionen Euro im Jahr 2015 und 73,3 Millionen Euro im Jahr 2016 landeten CD, Musik-DVD und Vinyl im Vorjahr bei 64,8 Millionen Euro. Ebenfalls geringer fiel der Umsatz mit Downloads aus: Dieser belief sich auf 13,5 Millionen Euro (minus 14,5 Prozent).

Nichtsdestotrotz zeigten sich die Branchenvertreter hinsichtlich des insgesamt wachsenden Online-Marktes optimistisch, dass das Vorjahr eine Trendwende markierte und auch für das laufende Jahr mit einem Wachstum respektive einer Stabilisierung zu rechnen sei. Ein wesentliches Thema beim Streaming bleibt aber der sogenannte "Value Gap", also geringe Umsätze aus werbebasierten Angeboten. "Hier gibt es ein Missverhältnis zwischen Nutzung und fairer Vergütung", so Lienbacher.

YouTube in der Kritik
Besonders mit YouTube ging man hart ins Gericht und forderte eine Anpassung geltender Regelungen, um entsprechende Lizenzeinnahmen erzielen zu können. Konkret geht es dabei um das Haftungsprivileg, auf das sich YouTube beruft. Demzufolge versteht sich die Google-Tochter als neutraler technischer Dienst, der nicht für die Inhalte zuständig ist. "Aber hier wird gesammelt, sortiert, kuratiert und auch promotet", betonte IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch, der auch eine "gewinnbringende Vermarktung" erkennt. Das stünde in keinem Verhältnis zu den beispielsweise in Österreich 2,3 Millionen Euro, die über solche werbefinanzierten Videostreams zustande kommen.

Die IFPI hofft hier nicht nur auf den österreichischen Gesetzgeber, sondern besonders auf die EU-Ebene und eine geplante Copyright-Richtlinie. Deren entscheidende Phase könnte während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr stattfinden.

 krone.at
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