Di, 24. April 2018

„Arena of Valor“

07.01.2018 08:55

Warum begeistert dieses Handyspiel 200 Mio. Gamer?

„Arena of Valor“ ist ein erstaunliches Phänomen: Das Smartphone-Spiel, das nach dem Rezept beliebter PC-Multiplayer-Titel wie „League of Legends“ oder „Dota 2“ funktioniert, wird von 200 Millionen Spielern gespielt – vor allem in China. Bis zu 80 Millionen von ihnen starten das mit Glücksspielmechaniken angereicherte Spiel täglich, manche sind regelrecht süchtig, was sogar chinesische Jugendschützer auf den Plan gerufen hat. Jetzt drängt das Game auch auf Smartphones in Nordamerika und Europa. Doch warum begeistert „Arena of Valor“ die Spieler dermaßen?

Wer schon einmal ein Multiplayer-Game vom Schlage eines „Dota“ oder „League of Legends“ gespielt hat, fühlt sich in „Arena of Valor“ sofort heimisch. Aus der isometrischen Perspektive steuern Teams aus je fünf Spielern einen aus einer Vielzahl verschiedener Helden zusammenstellbaren Trupp in die Schlacht gegen den Gegner. Wer zuerst die gegnerische Basis zerstört, siegt. Und wer erfolgreich metzelt, wird mit Gold und neuen Fähigkeiten belohnt. In der Praxis sieht das chaotisch aus, doch das Spielrezept fesselt – durch die vielen freischaltbaren Helden und Inhalte.

Ein anderer Erfolgsfaktor von „Arena of Valor“ ist seine Zugänglichkeit. Das Spiel ist einfach zu lernen, aber durchaus schwer zu meistern. Es gibt ein automatisches Zielsystem, das die Kämpfe erleichtert. Und während vergleichbare Spiele am PC eine komplexe Steuerung mit Maus und Tastatur nutzen, reichen bei „Arena of Valor“ zwei Daumen. Die vielen verschiedenen Helden mit ihren jeweils ganz eigenen Fähigkeiten sorgen trotzdem für eine gewisse spielerische Tiefe.

„Arena of Valor“ ist eine Goldgrube
Für den chinesischen Internetriesen Tencent Games, der „Arena of Valor“ herausgibt und auch „League of Legends“ in seinem Sortiment hat, ist der Smartphone-Hit eine Goldgrube. Kein Wunder, wird Spielern doch vom ersten Moment im Spiel an klargemacht, dass sie sich mit Echtgeld Vorteile verschaffen können – etwa neue Helden, Power-ups für ihre Matches oder kosmetische Skins, die ihren Helden ein neues Erscheinungsbild verleihen.

Auch Glücksspielelemente sind im Spiel: Im In-Game-Shop werden Lose für eine virtuelle Tombola verkauft, mit denen die Spieler besondere zusätzliche Helden und Items freischalten können. Eine Mechanik, die laut einem „Gamestar“-Bericht bereits chinesische Jugendschützer auf den Plan gerufen hat und angesichts der jüngsten Debatte über sogenannte Lootboxen in Games wohl auch hierzulande für kontroverse Diskussionen sorgen wird.

Spiel ist für tägliche Nutzung designt
Wie bei kostenlosen Games üblich, müssen die Spieler diese Zusatzinhalte zwar nicht kaufen. Doch neue Helden auf kostenlosem Wege freizuspielen, ist langwierig und mühsam. Erleichtert wird es den Spielern, indem sie gewisse tägliche Aufgaben erfüllen können. Loggt man sich ins Spiel ein, gibt es täglich ein kleines Goldgeschenk. Absolviert man zumindest fünf der je rund 20 Minuten dauernden Matches, gibt es weitere Extras.

Außerdem lassen sich die Entwickler immer wieder neue Events im Spiel einfallen, bei denen neuen Helden freigeschaltet werden können. Mechaniken, die Spieler stark an „Arena of Valor“ binden, sie täglich auf die Server zurückkehren lassen – und Sucht erzeugen können. Nicht umsonst wird in China die Spielzeit von Kindern unter zwölf Jahren technisch auf eine Stunde pro Tag beschränkt. Hierzulande fehlt so eine Sperre.

Letztendlich wird die starke Gewinnorientierung in „Arena of Valor“ hierzulande wohl auch über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Denn während Gratis-Spiele mit Mikrotransaktionen in Asien akzeptiert sind, sind Spieler in Europa und Nordamerika solchen Geschäftsmodellen gegenüber skeptisch eingestellt. Viele befürchten, dass in solchen Games nicht Können, sondern die Dicke der Brieftasche über Sieg oder Niederlage entscheidet. Den Beweis, dass dies nicht so ist, muss „Arena of Valor“ erst noch erbringen. Gelingt es, könnte die Spielerzahl noch deutlich steigen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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