Langsam geht vielen Menschen in Österreich die finanzielle Luft aus. Eine Teuerung nach der anderen. Tägliche Hiobsbotschaften, was im kommenden Jahr noch alles mehr kosten wird. Und da reden wir nicht über Luxusgüter, wir reden über das tägliche Leben. Die Kosten für Wohnen, Essen und Heizen sind schon jetzt an der Schmerzgrenze. Und sie werden laut Prognosen noch weiter steigen. Da wird gerne die nicht beeinflussbare Weltpolitik bemüht, was zum Teil auch stimmt. Aber das alleine als Grund ist zu billig. Denn wichtige und budgetwirksame Reformen im Bereich Föderalismus, Gesundheit, Pensionen und Bildung sind nach wie vor nicht in Sicht. Da wird immer nur beabsichtigt, beobachtet, analysiert und zerredet. Das wird die Inflation nicht dämpfen. Und wenn die Menschen weniger Geld haben, wird auch der Konsum sinken. Die Insolvenzen und Privatkonkurse werden steigen. Da passt der ÖVP-Partygag mit dem Zukunftsdepot gut ins Bild und kostet wieder nur Geld. Weil jene, die es sich leisten können, machen Vorsorge für ihre Kinder ohnedies. Und die anderen werden sich den Luxus nicht leisten können. Aber wichtig ist, wer die SPÖ künftig führt und welchen hoch dotierten Posten Herr Babler bekommt. Und dass die Gewinne der Netzbetreiber und der Mineralölwirtschaft hoch bleiben. Außerdem, dass die politische Verantwortung in der Aufarbeitung von Missständen im Rahmen von Untersuchungsausschüssen ungeklärt bleibt. Mittlerweile gewinnt man den Eindruck, dass die Regierung und die Parteien isoliert in einer eigenen, realitätsfremden Blase leben. Das Bild der aktuellen politischen Situation und das Handeln der Regierenden verleitet nicht gerade zu Optimismus.
Harald Koller, Sitzenberg-Reidling
Erschienen am Fr, 6.11.2026
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