Vor einigen Tagen wollte ich in einer relativ neuen, kleinen Buchhandlung ein englischsprachiges Taschenbuch bestellen. Zwei Tage später erhielt ich den Rückruf, dies sei leider nicht möglich, da mit erheblichen Mehrkosten für kleine Buchhändler verbunden. Man könne es nur über eine große Buchhandelskette ohne Zusatzkosten (welche bei sage und schreibe 30 Euro lagen!) erwerben, es tue ihr leid. Ich war sprachlos, das passiert mir selten. Bei fremdsprachigen Büchern wird man als Kunde praktisch gezwungen, bei einem der großen Anbieter zu kaufen. Und da schwafeln Politiker immer von „Stärkung kleiner Unternehmen“, „Standortsicherung“ etc., alles hohle Phrasen. Ein paar Euro Mehrkosten hätte ich in Kauf genommen. Diese Summe jedoch schlägt dem sprichwörtlichen Fass den Boden aus. Ich versuche nun, über Umwege zu dem Buch zu kommen, und verstehe jetzt, warum immer mehr Kleinunternehmen nicht mehr bereit sind, sich „häkerln“, piesacken und ausnehmen zu lassen von einem übergriffigen Staat, der sich absolute Geldverschwendung an die Fahnen geheftet hat. Oh, du mein Österreich, stehst mit einem Fuß im Grabe gleich.
Marlene Kaltenbacher, per E-Mail
Erschienen am Do, 29.10.2026
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