Der Sturzflug des Schweinepreises auf 1,43 Euro pro kg ist für die heimischen Bauern wortwörtlich eine echte Schweinerei. Da müssen sie im Europa-Vergleich sehr strenge Tierschutzauflagen und Bauvorschriften einhalten, unzählige Aufzeichnungen machen sowie Kurse besuchen – und dann werden dafür von der Politik völlig im Stich gelassen. Da die EU für chinesische E-Autos hohe Zölle verlangt, „boykottiert“ China (durch Zölle, Anm.) europäische Schweineexporte. Somit landet mit EU-Fördergeldern erzeugtes billiges Schweinefleisch aus Spanien eben in Österreich. Bei den Handelsabkommen der EU mit der Ukraine und Australien sowie bei Mercosur zog die heimische Landwirtschaft auch immer den Kürzeren. Deshalb geht es nicht nur den Schweinebauern sauschlecht, sondern auch Milchbauern, Obstbauern und Körndlbauern vegetieren vielfach nur mehr auf unterstem Niveau dahin, leben oft nur von ihrer Substanz (Ersparnissen) vergangener Jahre. Wenn im Handel jedoch weiterhin mit Höchstpreisen Fleisch, Äpfel, Milch, Käse und Mehl verkauft werden, weiß man, wer die Gewinner einer solchen Politik sind. Von der Agrarpolitik (Minister, Landesräte, Bauernbund, EU-Abgeordnete) hört man außer Ideen wie der Herkunftsbezeichnung und schönen Worten gar nichts. Wofür werdet ihr überhaupt bezahlt, wenn ihr keine Lösungen habt? Es scheint, ihr seid viel mehr mit Renaturierung, Insektenschutz, Bienenwiesen, Bibern etc. beschäftigt. Wenn ihr jedoch die Bauern aussterben lässt, verwildert die Landschaft. Der Tourismus wird schön dreinschauen. Und heimische Lebensmittel wird es dann nur noch für Reiche und Privilegierte geben. Aber das Schnitzel am Sonntag wird euch schon noch schmecken, auch wenn es euren Bauern dreckig geht.
Ing. Anton Kern, Graz
Erschienen am Mo, 19.10.2026
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