Wenn die Arbeiterkammer OÖ auf Kosten ihrer Zwangsmitglieder eine teure Studie braucht, um nachzuweisen, dass Patienten mit einer Zusatzversicherung schneller Arzt- oder OP-Termine erhalten, so war das rausgeschmissenes Geld und bestenfalls ein weiterer Start für eine Neiddebatte und Umverteilungsdiskussion. Das weiß jeder Bürger auch so. Es gibt eben in Österreich Leute, die ihr Geld lieber täglich für Zigaretten, das eine oder andere Glas Bier oder Wein ausgeben, auf das tägliche Tortenstück nicht verzichten wollen oder sich für ihr Auto eine Vollkaskoversicherung für alle Fälle leisten. Es gibt aber auch mehr als eine Million Menschen, die lieber ihr Geld neben der Pflichtkrankenkasse auch in eine Zusatzversicherung einzahlen, um bei einem Krankheitsfall rasch und bestens versorgt zu werden. Und das sind bis zu 500 Euro monatlich, die sich Leute oft vom Mund absparen müssen, also keine „Gstopften“ sind. Das ist kein Privileg, sondern eine bezahlte Leistung. Wohlgemerkt, damit keine Irrtümer entstehen: Diese Vorteile gelten nicht für den Notfall, denn da wird in unserem System ohnedies jeder gleich behandelt, egal, wie er versichert ist, und auch egal, wo er herkommt. Glaubt man im Ernst, dass diese Patienten, die im Laufe ihres Lebens ein kleines Vermögen in eine Versicherung einzahlen, dies tun, nur um im Krankheitsfall gerade mal eine Tageszeitung zu bekommen, ein Mineralwasser zusätzlich und, wenn’s geht, in einem Zweibettzimmer übernachten zu dürfen? Natürlich will der Versicherte eine Gegenleistung. Diese Diskussion ist einfach unehrlich. Es gibt nur drei Lösungsmöglichkeiten. Entweder die Politik als Erhalter der öffentlichen Spitäler findet klare Regeln für die Privatversicherten in ihren Spitälern, denn bisher war ihnen ja deren Geld auch willkommen. Oder man zwingt Privatversicherungen dazu, ein lückenloses Netz an Privatspitälern (wie in anderen Ländern) für die Versorgung ihrer Versicherten aufzubauen. Wenn das alles nicht geht, sollte man die Zusatzversicherungen verbieten, um nicht weiter die freiwilligen Zahler auszubeuten. PS: Ich als Kassenarzt habe keine Privatpatienten.
Dr. Peter Kozlowsky, Auersthal
Erschienen am So, 18.10.2026
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.