Geht es nach den täglichen Berichten in den Medien, sind allein der Iran-Konflikt, der Krieg in der Ukraine und die Huthi-Rebellen daran schuld, dass Benzin, Diesel, Gas und in der Folge das gesamte Leben bei uns bald unbezahlbar werden. Diese geopolitischen Krisen sind zweifellos ernste Probleme, aber sie dienen mittlerweile auch der Politik und der Wirtschaft als perfektes Alibi, um von den wahren Treibern der Teuerung abzulenken. Die Wahrheit ist schmerzhafter. Ein Hauptgewinner ist der Staat. In Ländern wie Österreich oder Deutschland macht der staatliche Anteil stolze 50% bis 60% des Gesamtpreises bei Benzin und Diesel aus. Darin enthalten sind die Energiesteuer, die CO₂-Bepreisung und die Mehrwertsteuer. Je höher die Preise an den Zapfsäulen, umso höher der Gewinn für den Finanzminister. Trotzdem steigen die Staatsschulden bald ins Unermessliche. Während der Normalbürger beim Einkaufen und Tanken jeden Cent dreimal umdrehen muss, reiben sich andere im Hintergrund die Hände. Große Energiekonzerne, multinationale Konzerne und Spekulanten an den Rohstoffbörsen fahren seit Monaten schamlose Rekordgewinne ein. Hier wird jede Krise anstandswidrig als Deckmantel genutzt, um die Preise weit über die tatsächlichen Mehrkosten hinaus anzuheben. Ökonomen bezeichnen dieses unsoziale Phänomen treffend als „Gierflation“. Sinkt der Ölpreis auf dem Weltmarkt, bleibt es an den Zapfsäulen trotzdem teuer. Steigt er nur minimal, wird sofort die nächste Preisrunde eingeläutet. Kriege und Konflikte sind eine schreckliche Realität. Aber sie dürfen nicht länger als billige Ausrede dafür herhalten, dass sich eine elitäre Minderheit auf Kosten der hart arbeitenden Bevölkerung eine goldene Nase verdient. Medien und die Politik müssen endlich genauer hinschauen, wo das Geld tatsächlich landet, und die wahren Krisengewinner beim Namen nennen, anstatt nur immer die gleichen Krisenphrasen zu wiederholen.
Ing. Hans Peter Jank, Villach
Erschienen am Di, 13.10.2026
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