Was ist uns medizinische Versorgung noch wert? Unser 24-jähriger Sohn erlitt an einem Samstag einen Knöchelbruch und wurde sofort in ein Schwerpunktkrankenhaus in Niederösterreich gebracht. Nach dreieinhalb Stunden Wartezeit und starken Schmerzen wurde er endlich erstversorgt. Die Operation wurde für den nächsten Tag angesetzt. Am nächsten Morgen dann die ernüchternde Nachricht: Die Operation wurde plötzlich um neun Tage verschoben – offiziell wegen der Schwellung, tatsächlich wegen Terminschwierigkeiten und Personalmangels. Auch nochmaliges Urgieren änderte nichts. Dass OPs verschoben werden müssen, mag sein, aber nicht um neun Tage. Was macht man in so einem Fall? Den privaten Sportarzt kontaktieren, der unseren Sohn am nächsten Tag untersucht und drei Tage später erfolgreich operiert. Die Schwellung? War medizinisch kein Hindernis für die OP. Den behandelnden Ärzten ist dabei kaum ein Vorwurf zu machen, das Problem ist das System. Wir zahlen regelmäßig in die Krankenkasse ein und erwarten dafür eine grundlegende medizinische Versorgung. Und hier handelt es sich nicht um etwaige Sonderwünsche. Wenn eine notwendige Operation nur durch zusätzliche private Zahlungen zeitgerecht möglich ist, läuft etwas grundlegend falsch. Diese Zwei-Klassen-Medizin ist nicht nur traurig, sondern für viele Menschen einfach nicht akzeptabel. Gesundheit darf keine Frage des Geldbörsels sein.
Josef Marko, Groß Schweinbarth
Erschienen am Do, 17.9.2026
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