EU-Ratspräsident Costa auf der „Tour des Capitales“, also auf „Tour durch die Hauptstädte“. Er besucht ganz gezielt jene Staats- und Regierungschefs, die beim künftigen EU-Budget sparen wollen. EU-Chefin von der Leyen fantasiert ja davon, das EU-Budget 2028–2034 auf unvorstellbare zwei Billionen, also 2000 Milliarden, aufzublähen. Weil sie ja auch immer mehr Kompetenzen von den EU-Staaten nach Brüssel abziehen will. Das müsste natürlich auch finanziert werden. Das würde am stärksten die paar Nettozahler in der EU treffen, zu denen Österreich trotz der schlimmen Finanzlage immer noch gehört. Und von diesen Nettozahlern sind momentan einige nicht gewillt, die maßlosen Budgetvorstellungen der EU-Chefin zu akzeptieren. Sie sagen, das sei „schlicht nicht finanzierbar“. Und jetzt ist Costa eben „on tour“, versucht, die Sparmeister umzupolen, und war deswegen eben in Wien bei Kanzler Stocker. Das ist einer von denen, die den Zwei-Billionen-Vorschlag strikt ablehnen (das aktuelle EU-Budget 2021–2027 beträgt ohnehin schon 1,2 Billionen). Und Österreichs EU-„Mitgliedsbeitrag“ beträgt für heuer etwa 4,4 Milliarden. Österreich zahlt pro Jahr bis zu 1,3 Milliarden Euro mehr ein, als es zurückbekommt. Sollte aber die Zwei-Billionen-Forderung durchgehen, hätte Österreich pro Jahr mehr als sechs Milliarden nach Brüssel zu überweisen. Also kann man Stocker nur nahelegen: Hart bleiben und Costa abblitzen lassen! Wenn es nicht schon zu spät ist.
Josef Höller, per E-Mail
Erschienen am Do, 17.9.2026
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