Das freie Wort

Wer trägt wirklich die Verantwortung?

Es ist viel zu einfach, bei sinkenden Umfragewerten und wirtschaftlichen Herausforderungen den Schwarzen Peter ausschließlich der jeweiligen Bundesregierung zuzuschieben. Natürlich machen sich die Landeshauptleute in den Bundesländern oft einen schlanken Fuß, wenn sie so tun, als hätten sie mit Teuerung, Budgetlöchern oder gar Standortproblemen nichts zu tun. Schließlich sind es die Länder, die bei wichtigen Themen wie Verwaltung, Wohnbau, Gesundheit und vor allem bei der Umsetzung von Reformen und Entbürokratisierung massiv mit am Hebel sitzen. Doch nicht nur die Politik auf Bundes- und Landesebene ist gefordert: Auch die Sozialpartner wie Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und die Gewerkschaften tragen einen beträchtlichen Teil der Verantwortung für die aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage in unserem Land. Jahr für Jahr werden in zähen Verhandlungen Kollektivverträge ausgehandelt, strukturelle Reformen gebremst oder Besitzstände verteidigt, die den Standort Österreich oft unflexibel und schwerfällig machen. Wer reflexartig nur nach Wien zeigt, lenkt billig von den eigenen Versäumnissen in den Ländern und den mächtigen Interessenvertretungen ab. Die Probleme unseres Landes lassen sich nicht mit einem ewigen Schuldspiel lösen, sondern nur dann, wenn sich alle Beteiligten – von der Bundesregierung über die Landeshauptleute bis zu den Sozialpartnern – endlich gemeinsam an die Arbeit machen und Verantwortung übernehmen, statt sich gegenseitig die Bälle zuzuspielen.

Mag. Hubert Isopp, Pörtschach am Wörthersee

Erschienen am Mi, 2.9.2026

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Weitere Leserbriefe
23.10.2026Datum auswählen
Frankreich sollte uns eine Warnung sein
Nicht nur die Politik, sondern auch NGOs und vor allem die Kirche – sie alle predigten so viel Toleranz, dass sich irgendwann kaum noch jemand ...
Mike Payer
Friede für die Ukraine?
Wieder einmal verkündet Präsident Trump, dass man einem Friedensdeal in der Ukraine sehr nahe sei. Zum wievielten Mal hören wir das und nichts ...
Martin Krämer
Gute Frage
Wenn ich manchmal gefragt werde, warum ich Leserbriefe schreibe, sind für mich zwei Gründe ausschlaggebend: Zum einen hilft es mir, Dinge, die mich ...
Reinhard Scheiblberger
Zeitumstellung
Die Umstellung auf Winterzeit sorgt einmal mehr für Diskussionen. In der Nacht von 24. auf den 25. Oktober werden die Uhren um eine Stunde auf die ...
Mag. Hans Rankl
„Zeit-Mangel“
Aus Mangel an wichtigeren Vorhaben (?) und weil wir in Europa anscheinend keine anderen Probleme haben, beschäftigen sich Beamte und Mandatare der ...
Florian Stadler
Demos in Europa
In vielen europäischen Ländern finden derzeit Demos gegen die geplanten Einsparungen im Bildungsbereich statt. Hauptakteure dieser Veranstaltungen ...
Ulrike Zivkovic-Lechner
Gutgläubigkeit ist Dummheit
Der Chef des Insolvenzfonds kassierte 30.000 Euro zu viel Gehalt und es gibt wegen Gutgläubigkeit keine Rückzahlung. Es stellte sich heraus, dass die ...
Robert Lehmann
Bildungs-Kahlschlag
Wenn Studierende unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ auf die Straße gehen, geht es um Österreichs Zukunft. Für 2028 bis 2030 sind 16 Milliarden Euro für ...
Alessandro Ferrari
Sparen an den Unis
Vielen Dank für Ihren sehr aufschlussreichen Bericht über die Gehälter und Zulagen bei Uniprofessoren. Die Rektoren und Dozenten, die am lautesten ...
Dr. Judith Dimmel
Alle müssen sparen
Überall wird gespart. Zuallererst traf es die Pensionisten und dann in weiterer Folge auch die Ärmsten im Lande, denn bekanntlich wurden auch bei den ...
Franz Köfel
LASK-Auferstehung!
„Die haben in der Champions League nichts verloren“, so die Aussagen einiger „Fußballexperten“ nach den ersten beiden Niederlagen des LASK. Nun ...
Karl Aichhorn
Preisschock bei Hobbys
Freizeit muss etwas kosten? Man denke einmal an frühere Zeiten: an Federballspielen im Garten, Tischtennis in der Garage, Schwimmen im See, Radfahren ...
Ingrid Ederer
Lehrstellenproblematik
Der überschaubare Lehrlingsmarkt ist ein Angebots- und Nachfrageproblem und ist bilateral zu lösen. Nachfrageseitig, weil immer mehr Unternehmen ...
Mag. Martin Behrens

Voriger Tag
23.10.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung