Pensionsexperte Univ.-Prof. Bernd Marin wurde belächelt, aber seine Worte waren schon vor 30 Jahren richtig. Nicht richtig ist, wenn z. B. Herr Muschik am 27. 7. in seinem Brief generell von Einzahlungen in die Pensionskasse spricht. Das Wort „Umlageverfahren“ kannte ich schon in der Handelsschule. „Wir, die Aktiven, zahlen die Pensionen und wir müssen froh sein, wenn später genug Aktive arbeiten und zahlen“, so mein früherer Professor. In den 1950er- und 1960er-Jahren waren Ein- und Auszahlungen in etwa pari. Dass man anfangs nur die letzten fünf, später die besten 15 Jahre für die Pensionsberechnung heranzog, finde ich gerechtfertigt, im Hinblick auf die bescheidenen Anfangsgehälter, die für Vertragsbedienstete und Beamte noch mickriger waren. Als ich 1970 zu arbeiten begonnen habe, war 65 (bei Männern) und 60 (bei Frauen) ein normales Pensionsantrittsalter und kaum 10 Jahre im Schnitt die erlebte Bezugsdauer. Diese hat sich bis ins 21. Jh. dank des medizinischen Fortschritts verdoppelt. Kaum nachzurechnen: alle monatlichen Zahlungen bis zu 45 Jahren. Was viele nicht wissen: Es gibt in Österreich schon lange das rechnerische persönliche Pensionskonto bei der PVA, in das jeder Einblick nehmen kann und sollte. Fakt war immer schon, dass jede Pensionserhöhung, für die niemand eingezahlt hat, vor Bundeswahlen (auch nach 2020) über dem Verbraucherpreisindex aufgerundet und via Steuertopf bezahlt wurde. Niemand sollte befürchten müssen, dass sich kurzfristig das Pensionsantrittsalter auf 70 erhöht. Aber es gibt auch keine Auszeichnungen für Politiker fürs Hinauszögern! Bitte die 30 Jahre dauernden parlamentarischen Diskussionen beenden.
AGR Gerhard Miko, Wiener Neudorf
Erschienen am Mi, 12.8.2026
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