Laut Österreichischer Hagelversicherung haben die extremen Hitzewellen und die anhaltende Dürre Rekordschäden verursacht. Insgesamt wird die Schadenssumme landesweit mit einer Milliarde Euro beziffert. Die klimawandelbedingte Rekord-Trockenheit führt zu massiven Ausfällen beim Grünschnitt und verursacht eine Futtermittelknappheit mit dramatischen Folgen. Viele Bauern sind gezwungen, einen Teil ihrer Rinder frühzeitig zu verkaufen. Zunehmend mehr Betriebe bauen Bestände ab, weil sie befürchten, dass sie mit dem Futter nicht über den Winter kommen. Aufgrund von steigenden Vermarktungsmengen kommt es in der Folge durch das Überangebot zu einem Preisverfall. Leidtragende sind die Landwirte, die für ihre Tiere teils beachtliche Preisrückgänge in Kauf nehmen müssen. Auch die geringeren Erträge bei der Getreideernte werden sich auf die Preise auswirken. Trotz der Aussagen, dass die Erntemengen für die Versorgung ausreichen werden, ist eine Erhöhung bei Brot und Gebäck zu erwarten. Zur extremen Trockenheit mit Ausfällen bei Futter und Ernten kommt auch noch die immer sichtbarer werdende Wasserknappheit. Dadurch müssen Tiere bereits vorzeitig von den Almen geholt werden und immer mehr Bauernhöfe durch Wasserlieferungen versorgt werden. Die Folge ist eine Diskussion um Ausgleichszahlungen und Unterstützungen durch den Staat, welche für viele Bauern zur Überlebensfrage werden. Es ist ein Punkt erreicht, an dem wir immer mehr Geld für die Folgen anstatt für die Eindämmung des Klimawandels brauchen. So stellt sich die Frage, ob Zeit und Maßnahmen für eine Rettung des Klimas reichen oder die Möglichkeit zur Umkehr längst überschritten ist. Offensichtlich ist der Mensch immer mehr der Natur ausgeliefert.
Mag. Hans Rankl, St. Pölten
Erschienen am Mi, 12.8.2026
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