Nein, es geht jetzt nicht darum, wer wann ursächlich für den Angriff Russlands auf die Ukraine verantwortlich zeichnet und ob der Krieg Russlands gegen die Ukraine gerechtfertigt ist oder nicht. Es geht darum, dass ganz normale Menschen in ukrainischen Städten seit Jahren nahezu jede Nacht wegen rücksichtsloser russischer Angriffe in Bunker und U-Bahnstationen flüchten und um ihr Leben fürchten müssen. Sie können kaum durchschlafen, haben Sorge um ihre Kinder und wissen nicht, ob nach den Angriffen ihre Wohnung noch existiert. Und viele von ihnen sterben. Denn jeder dieser russischen Terrorangriffe fordert stets auch mehrere Menschenleben. Seit Kriegsbeginn sind das bereits rund 17.000 Opfer. Wir in Österreich und speziell jene, die das ukrainische Elend wegen ihrer Russlandaffinität insgeheim bejubeln, haben keine Vorstellung, was da jede Nacht an menschlichem Elend generiert wird. Klar, wir selbst leben ja in tiefstem Frieden und werden nicht täglich unter Feuer genommen. Aber es gibt trotz allem auch einen Begriff, den wir uns gerade jetzt zu Herzen nehmen sollten, weil er zutiefst menschlich ist. Nämlich „Mitleid“. Wer kein Mitleid mehr mit den gepeinigten Zivilisten in der Ukraine empfindet und dieses Elend nur noch präpotent verhöhnt, hat bereits selbst seine gesamte Menschlichkeit abgelegt. Eine sehr traurige Entwicklung in unserem eigenen Land, die durchaus hinterfragt werden sollte.
Martin Krämer, per E-Mail
Erschienen am Mo, 3.8.2026
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