Wieder gerät ein traditionsreiches österreichisches Unternehmen in Schwierigkeiten, diesmal die Lenzing AG. Doch das eigentliche Problem betrifft nicht nur ein einzelnes Unternehmen, sondern unsere gesamte Wirtschaft. Seit Jahren steigen die Preise für Energie, Rohstoffe und viele andere Bereiche. Gleichzeitig müssen die Löhne steigen, damit Arbeitnehmer ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Diese Entwicklung erhöht die Kosten für die Unternehmen, die diese oft durch höhere Preise weitergeben müssen. Doch auf dem Weltmarkt funktioniert das nur begrenzt. Kunden kaufen dort ein, wo sie Qualität zu einem konkurrenzfähigen Preis erhalten. Werden österreichische Produkte zu teuer, weichen viele auf günstigere Anbieter aus dem Ausland aus. Das gefährdet Arbeitsplätze und schwächt Österreich als Industriestandort. Ich befürchte, dass die Politik auch diesmal nicht entschlossen handeln wird. Solange die Verantwortlichen selbst die Auswirkungen der steigenden Lebenshaltungskosten nicht im gleichen Ausmaß spüren wie viele Arbeitnehmer und Unternehmen, fehlt oft der notwendige Handlungsdruck. Statt langfristige Lösungen zu schaffen, wird zu oft nur verwaltet, während sich die Probleme weiter verschärfen. Die Schwierigkeiten der Lenzing AG sind kein Einzelfall. Viele Betriebe stehen unter enormem Druck. Wenn wir unsere Industrie erhalten wollen, brauchen wir endlich wirtschaftspolitische Maßnahmen, die Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze und den Standort Österreich sichern, bevor weitere Unternehmen in eine Krise geraten.
Hans-Peter Hauer, Haid
Erschienen am So, 2.8.2026
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