Es ist schon bemerkenswert, wie sich die sogenannten staatstragenden Parteien, also aktuell die regierenden, selbst demontieren. War früher der politische Gegner das Ziel, so sind es jetzt die eigenen Parteien, die destabilisiert werden. Und das durch Funktionäre, die ihre Positionen und Machtansprüche der jeweiligen Partei verdanken. Diese Funktionen sind in vielen Fällen ja nicht immer der Qualifikation der Betroffenen geschuldet, sondern eben der Parteizugehörigkeit. Die Parteien entwickeln sich immer mehr zur Bühne von Selbstdarstellern, die mangelnde Qualifikation und Unfähigkeit durch überschätztes Selbstwertgefühl kompensieren. Und das macht auch vor der Parteiführung nicht halt. Wohin das führen wird, zeigen ja die aktuellen Umfragewerte und Politbarometer recht anschaulich. Doch wer jetzt vermutet, dass sich Einsicht oder Änderungswille breitmacht, irrt gewaltig. Es wird weiter intrigiert, nach Ausreden gesucht und wechselseitig angeschwärzt. Dieses politische Dilemma erfreut die Opposition, die Außenwirkung ist allerdings katastrophal. Aber noch viel problematischer ist, dass dadurch konstruktiv wenig bis gar nichts mehr in der Regierung geht. Stimmt schon, viel war es ohnedies nicht, aber noch schlechter darf es einfach nicht mehr werden. An dieser Stelle nochmals der eindringliche Appell an alle Parteien: Österreich bzw. das Volk ist wichtig, nicht die eigene Person oder Partei. Das – und nur das – ist der Auftrag der hoch bezahlten Politik.
Harald Koller, Sitzenberg-Reidling
Erschienen am Sa, 25.7.2026
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