Ich verstehe das Argument von Frau Gewessler nicht, nicht für das Kopftuchverbot gestimmt zu haben, weil es vermutlich nicht verfassungskonform sei, obwohl man ja nicht wolle, dass Kinder eines tragen müssen. Da lehnt man sich jetzt zurück und versucht nicht, den Unterschied zu unserem Kopftuch herauszuarbeiten und Argumente zu liefern, die es als Symbol für Einschränkung und Unterdrückung erkennbar machen. Wir können doch nicht einen Teil der Gesellschaft seiner Rechte berauben, die wir uns selbst auf unsere Fahnen geschrieben haben. Was ist mit den Fällen, wo Brüder und Schulkollegen öffentlich einschreiten und mit Konsequenzen drohen, weil ein Mädchen den Mut aufgebracht hat, das Kopftuch in der Schule abzunehmen. Diese Einschüchterungen müssten allein ausreichen, um das Ausmaß an Unterdrückung transparent zu machen. Wenn das für manche Politiker noch immer kein Ansporn ist, eine tragfähige Lösung zu suchen, dann vielleicht, wenn sie bedenken, welche Konsequenzen das für unsere freie Gesellschaft nach sich zieht.
Renate Lehner, per E-Mail
Erschienen am Sa, 6.6.2026
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