In Österreich geht es uns besser als 99% der Menschen auf diesem Planeten. Leider sehen das viele Menschen in Österreich nicht. Sie verlangen mehr. Es soll immer bergauf gehen (v. a. für einen selbst, der Rest interessiert die meisten nicht wirklich). Wir sind dabei sehr von der Nachkriegszeit verwöhnt, in der extreme Wachstumsraten die Normalität waren, die allerdings so natürlich nicht nachhaltig waren. Viele trauern der „guten, alten Zeit“ nach, die allerdings bei genauerer Betrachtung nicht ganz so gut war. Den Menschen vor 20, 30 oder 40 Jahren ging es definitiv schlechter. Aber das verdrängt man gerne. Die Vergangenheit wird verklärt, und nur positive Erinnerungen werden durch den Filter des Gehirns durchgelassen. Natürlich ist es vollkommen klar, dass wir Herausforderungen haben, eine sehr lange Liste sogar. Aber ich frage mich immer wieder, warum man jede Herausforderung auf die Goldwaage legt und die vielen Dinge, die in Österreich hervorragend sind, einfach vom Tisch wischt. Österreich und die Mitgliedschaft in der EU stehen für unseren Wohlstand und für eine Zukunft. Natürlich muss man die Herausforderungen ansprechen, sie diskutieren und Lösungen erarbeiten, wobei gerade in einer Demokratie aus der Natur der Sache sehr vieles sehr mühsam ist. Aber ich verstehe diese destruktive Art einfach nicht mehr, wo wirklich alles schlechtgeredet wird, wo man voll von Propaganda der FPÖ ist und das dann als „Fakten“ darstellt. Unser Land ist nicht schlecht! Das Gegenteil ist der Fall. Und destruktive Kräfte wie die FPÖ wollen ganz sicher nicht das Beste für dieses wunderschöne Land, indem sie das Land und die Menschen darin permanent schlechtreden. Vielleicht sollte man sich hin und wieder etwas zurücklehnen und darüber nachdenken, was alles gut in diesem Land läuft, und etwas mehr Demut dafür zeigen, was man hat. Etwas mehr Demut, Rationalität und Pragmatismus würden unser Land weiter als Propaganda und einfache Antworten bringen.
Andreas Laszakovits, per E-Mail
Erschienen am Di, 2.6.2026
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