Herkunftsbezeichnung und Agrardiesel sind Placebos
Zum Weltbauerntag werden wieder die Themen Herkunftsbezeichnung und Agrardiesel diskutiert. Wenn 79% der Bevölkerung eine Herkunftsbezeichnung wünschen, sollte dies sofort umgesetzt werden. Jedoch gibt es Interessengruppen, welche verschweigen wollen, dass ihre Produkte aus Ländern mit geringen Lebensmittel- bzw. Tierwohlstandards sowie mit Gentechnikeinsatz und Hormonanwendungen wie Südamerika, Ukraine, Rumänien etc. stammen. Einerseits muss inzwischen jeder Bauer ganz genau aufzeichnen, wann er was am Feld oder beim Tier anwendet, die Gastronomie jedoch braucht nichts anzugeben. Wo bleibt da der Gleichheitsgrundsatz? Angemerkt muss jedoch werden, dass weder Herkunftsbezeichnung noch der hochgejubelte Agrardiesel den Bauern viel weiterhelfen wird. Die Erstattung des Agrardiesels ergibt für den Bauern umgerechnet einen höheren Weizenpreis von 0,3 Cent/kg oder bei Mais 0,15 Cent/kg. Jedoch sind die Weizenpreise um 20–30 Cent/kg niedriger als in den Vorjahren, Dünger und Energie aber deutlich teurer. Unseren Bauern muss wesentlich mehr geholfen werden. Nicht mit Förderungen, sondern mit weniger Bürokratie. Importware nur mit gleich strengen Vorschriften produziert wie in Österreich vorgeschrieben. Schutz vor Wölfen, Fischotter und Biber, ein Tierwohl, wie es den Tieren guttut – und nicht wie es den Menschen gefällt, Pflanzenbau, wie es die Väter und Schulen gelehrt und damit den Hunger in Österreich nach dem Krieg besiegt haben. Auch der Green Deal (Renaturierung, teilweise Verurwaldung etc.) ist der Praxis anzupassen. Leider sitzen nur noch Theoretiker an den Schalthebeln, und die Bauern werden noch mehr praxisfremde Vorschriften bekommen.
Ing. Anton Kern, Graz
Erschienen am Di, 2.6.2026
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