Tut endlich was, bevor es endgültig zu spät ist. 1215 „legale“, also genehmigte Abschüsse. Der aktuelle, von Birdlife und WWF verfasste Bericht lässt aufhorchen. 487 getötete Otter, Biber, Wölfe, sogar ein Luchs und mehr seit 2020, und das ist nur die Spitze des Eisberges. Die Dunkelziffer ist alarmierend. Durchaus dramatisch ist auch die Situation bei den Greifvögeln wie Eulen, Kaiseradler, Seeadler und andere Greifer. Hier wird nicht nur geschossen, auch Giftköder und Fallen machen die Arbeit der Tierschützer zunichte. Die Täter müssen endlich ernsthaft ermittelt und die Gesetze schleunigst entsprechend adaptiert werden. Die Brennpunkte des kriminellen Treibens sind einmal mehr im Weinviertel, im Nordburgenland und in Oberösterreich. Dort sollten sobald wie möglich wesentlich schärfere Kontrollen, die diesen Namen auch verdienen, und eine konsequente Strafverfolgung angesagt sein. Der WWF warnt vor einer gesellschaftlichen Gewöhnung bis Akzeptanz der Verfolgung von geschützten Wildtieren. Das Mindeste wäre es, Wilderei rigoros zu bestrafen. Meist kommen die wenigen gefassten Täter, die sich ihrer „Konkurrenz“ entledigen, aber mit einem Klaps auf die Finger davon, ja verlieren nicht einmal, was das wenigste wäre, lebenslang ihre Jagdberechtigung. Wenn allerdings Verordnungen wie aus Salzburg kommen, Wölfe „präventiv“ töten zu dürfen, darf man über die allgemeine Verrohung nicht weiter verwundert sein. Dabei wäre die Rückkehr der Arten, einhergehend mit der Renaturierung der Landschaften, eine Erfolgsgeschichte. Wem es aber, wie in Torbergs „Tante Jolesch“ zitiert, genügt, die Natur als „Schnittling“ in der Suppe als ausreichend zu sehen, dem ist nicht zu helfen.
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