Das freie Wort

Politiker sollten diverse Leserbriefe als Handlungsanleitung betrachten!

Würde man aufmerksam die Leserbriefe und die ebenso oft sehr interessanten digitalen Kommentare dazu in der „Krone“ lesen, würde man erkennen, wo die Menschen da draußen der Schuh drückt, und könnte sehr häufig recht gute Reformvorschläge finden. Aber was machen unsere Politiker? Sie sind offensichtlich ahnungslos, abgehoben oder ferngesteuert! Herr Babler kündigt großartig eine Mietpreisbremse an, nur keiner merkt es. Herr Stocker glaubt im Ernst, dass der Rückgang der Inflationsrate sein Verdienst ist und nicht durch Rechenkünste entstanden ist. Herr Wiederkehr will mit der Abschaffung des Lateinunterrichts eine tolle Bildungsreform einleiten und hat trotz seiner erfolglosen Vergangenheit in Wien noch immer nicht erkannt, dass Schulklassen mit 50 Prozent Ausländeranteil nur Kunden für das Arbeitsamt produzieren. Und die Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich erscheinen ja auch recht vielversprechend. Die Gesundheitsministerin erklärt uns, wie das mit dem Orgasmus funktioniert, und löst auch gleich ein weiteres wichtiges Problem im Gesundheitsbereich und kündigt energisch an, dass künftig auch in Apotheken geimpft wird. Dass die Menschen monatelang auf Arzttermine oder Operationstermine warten müssen, die Wiener Sozialdemokraten wenig sozial und gar nicht demokratisch österreichische Steuerzahler in den Spitälern aussperren, dafür aber Nichtzahler aus dem Rest der Welt medizinisch und sozial verwöhnen, ist dem Gesundheitsministerium scheinbar noch nicht bekannt. Und im Pflegebereich steht offensichtlich auch Revolutionäres vor der Tür. Leider hat man aber auch im Bereich Pflege das Grundproblem bisher nicht erkannt. Denn wann immer es geht, wollen die Menschen ihren Lebensabend zu Hause verbringen, was auch die billigste Form der Pflege wäre. Solange aber der Platz in einem teuren Pflegeheim doppelt so hoch wie die Pflege zu Hause mit Steuergeld gefördert wird, werden sich die Verwandten die teure Mehrarbeit nicht antun und sind gezwungen, nach ökonomischen Kriterien zu entscheiden. Kennen die handelnden Politiker eigentlich die Probleme der Leute?

Dr. Peter Kozlowsky, Auersthal

Erschienen am So, 1.3.2026

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