„Krone“-Wien-Chef Michael Pommer gelingt es, den Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) aus der Reserve zu locken. Zusammenfassung des Interviews: Frühestens 2028 könnte der Gastpatienten-Streit ein Ende finden. Selbst das ist nicht sicher. Klare Schlussfolgerung: Wenn es SPÖVP nicht umgehend gelingt, einen Friedenspakt zwischen Wien und Niederösterreich zu schließen, ist eine bundesweite Gesundheitsreform zum Scheitern verurteilt. In Sachen Gastpatienten treten Rot und Schwarz nicht als Koalitionspartner, sondern als erbitterte Gegner auf. Bundeskanzler Christian Stocker legte sich mit seinen Bandscheiben in ein Wiener Spital. Ginge es nach Hacker, dann hätte sich der Wiener Neustädter beispielsweise in St. Pölten operieren lassen sollen. Womöglich ist Stocker aber zusatzversichert. In diesem Fall gelten ganz andere Gesetze: Niederösterreicher mit derartigen Polizzen sind in Wien herzlich willkommen. Kein Wunder, denn in der Bundeshauptstadt wimmelt es von Privatspitälern. In Niederösterreich hingegen gibt es nur öffentliche Anstalten. Folge: Das „Rote Wien“ hält den Staatsmeistertitel in der Zwei-Klassen-Medizin. In keiner anderen Stadt wird zwischen Kassen- und Privatpatienten so viel Unterschied gemacht wie in der Bundeshauptstadt.
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