Das freie Wort

Politik der Versäumnisse

Augenscheinlicher können die Fehler der Vergangenheit, begangen von den politisch Verantwortlichen der EU, wohl kaum mehr werden. Dennoch sind keine Anzeichen zu vernehmen, die einen längst erforderlichen Kurswechsel, auch nur im Entferntesten andeuten könnten. Die politische Führung der EU ist leider im Laufe der Jahre sukzessive immer schwächer geworden und hat mehrheitlich Entscheidungen getroffen, die nicht gerade zum Wohle der Bürger beitragen. Die derzeitige (nie gewählte) Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, verdankt ihre Position ausschließlich einem fragwürdigen Deal zwischen Macron und Merkel, welcher gleichzeitig auch Christine Lagarde auf den Präsidenten-Sessel der EZB hievte. Die Tätigkeiten von Frau von der Leyen in der deutschen Bundesregierung waren sicher keine Empfehlung für den höchsten Posten in der EU. Heute zeigt uns ein realistischer Rückblick ganz deutlich auf, wohin die Politik der Selbstverherrlichung, der Selbstbedienung, der Ideologien, des Gutmenschentums, der Wirtschaftsfeindlichkeit und nicht zuletzt der Unfähigkeit, gemischt mit Dummheit und Eitelkeit, geführt hat. Unser einst blühendes Europa befindet sich gerade im Steilhang der Talfahrt, der Motor Deutschland stottert gewaltig, und dennoch zeichnen sich keine klaren politischen Ziele ab – außer „rechts“ zu verhindern, was aber kaum ausreichend sein wird, um Europa wieder in Gang zu bringen. Die gravierenden Fehler von Kanzlerin Merkel im Hinblick auf Migration, die wirtschaftsfeindlichen Entscheidungen der sogenannten Ampel, mit deutlicher Handschrift der Grünen, das unkontrollierte Verschleudern von Milliarden, das Wegschauen und Kleinreden der ausufernden Kriminalität, in nahezu allen Staaten Europas und ganz besonders die Feigheit der Politiker(innen), zu handeln, hat dieses Europa dahin gebracht, wo es heute steht. Auch wenn die EU mittlerweile in so manchen großkotzig angekündigten Belangen zurückrudern muss, begreift man in Brüssel noch immer nicht den Ernst der Stunde im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine. Außer Sanktionen gegen Russland und Waffenlieferungen, begleitet von Milliarden-Beträgen, hat die EU kein Konzept, auf die Beendigung dieses Konflikts einzuwirken. Niemand verliert ein Wort über Friedensverhandlungen, gerade so als wäre das etwas Anstößiges. Auch wenn Europa und auch die USA kein Geld mehr haben, sondern nur noch über wertlose Papierfetzen aus der Geldpresse verfügen, denkt niemand an Diplomatie, an Friedensgespräche. Das Wort Schulden wurde offensichtlich aus dem Vokabular der Politik gestrichen. Anstatt ein starkes, eigenständiges Europa zu bauen, begibt sich die derzeitige EU-Führung immer mehr in die Hände der USA – auch wenn diese ausschließlich ihre eigenen und ganz sicher keine europäischen Interessen verfolgen.

Franz Zwickl, Muthmannsdorf

Erschienen am Di, 12.3.2024

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
21.6.2026Datum auswählen
Sommernachtskonzert 2026
Wenn man diese wunderbare Kulisse sieht und diese wunderschöne Musik hört – warum sind wir nicht stolz auf unser Land, unsere Vorgänger, all das, das ...
Claudia Brekalo
Merz ist „angefressen“
Da versucht der EU-Ratspräsident Costa ein Gespräch mit Putin zu führen, um Friedensverhandlungen voranzutreiben, und was passiert? Der deutsche ...
Paul Glattauer
„EU-Kasperltheater“
Ja, es ist ein regelrechtes Kasperltheater, das uns da auf EU-Ebene geboten wird. Laut Bericht in der „Krone“ entrüstet sich Deutschlands Kanzler ...
Josef Pratsch
Vorbildwirkung
In Schweden, wo die Massenmigration, wie auch hierzulande, für Probleme sorgt, wurde ein Gesetz beschlossen, wonach Zuwanderer bei schlechtem ...
Mag. Martin Behrens
EU als Bankomat für die Ukraine
Sehr geehrter Herr Doktor Wailand, herzliche Gratulation zu Ihrer ausgezeichneten Ukraine-EU-USA-Bilanz. Bei einem „Blitz-Eintritt der Ukraine“ würde ...
Herbert Langegger
Keine Futterkrippe!
Sehr geehrter Dr. Georg Wailand, treffend bemerkt in Ihrer Kolumne vom 19. Juni – wir Europäer sind doch nicht die „Futterkrippe“ dieser korrupten, ...
OSR Rudolf Himmetsberger
Licht am Ende des Tunnels
Neben dem Ukraine- und Iran-Krieg gibt es momentan viele politische Unruheherde auf der ganzen Welt. Unsere gewählten oder selbst ernannten Politiker ...
Wolfgang Ertl
Fass ohne Boden
Zur Kolumne von Dr. Wailand ist festzustellen, dass die EU de facto bereits der Bankomat für die Ukraine geworden ist. Geht es so weiter mit den ...
Arthur Pernkopf
Kritik an Sporrer
Wie eigentlich alle Regierungsmitglieder scheint auch Justizministerin Sporrer mit ihrem Amt völlig überfordert zu sein. Um die Zahl der ...
Helmut Speil
Entlastung oder Belastung
Zur Entlastung der Gefängnisse will die Justizministerin 500 Häftlinge entlassen, zur Belastung (!) der Bevölkerung, versteht sich. Kein Wunder, dass ...
Karin Moser
Sparen? Aber bitte nur bei den Bürgern!
Die Regierung will das Defizit der Sozialversicherungen bis 2029 auf null senken. Kaum wird ein Finanzloch bekannt, beginnt die Diskussion über ...
Hans-Peter Hauer
74 Peitschenhiebe
Nach einem Onlinekonzert ist eine bekannte iranische Sängerin in der Provinz Ghom unter anderem zu Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie ohne ...
Harald Heidinger
Neuer Frieden von Versailles
Nun hat also Trump in Versailles einen Vertrag mit dem Iran unterzeichnet, der anscheinend nicht das Papier wert ist, auf dem das steht! Der Rahmen ...
Dipl.-Päd. Stefan Scherz
„Iran-Deal steht auf der Kippe“
Ein Deal, der einer der größten Flops der Geschichte ist und noch dazu mit dem Großprotz im Versailler Palast mit dem wendigen Macron unterzeichnet ...
Heinz Vielgrader
Die EU will mehr Geld!
Gemessen an der Wirtschaftsleistung (BIP) ist Österreich zusammen mit Schweden der größte Nettozahler pro Bürger. Beide Länder führen anteilig mehr ...
Odo Döschl
Sepp, wann reformierst du eigentlich?
Österreich leistet sich einen Staatssekretär für Entbürokratisierung. Allein dieser Umstand hat bereits einen gewissen satirischen Charme. Anfangs ...
Mike Payer
Wiederkehr gratuliert
Als Bildungsminister gratuliert er also den Maturanten. Und wo ist er bei erfolgreich abgelegten Lehrabschlussprüfungen im Handwerk oder in der ...
Helga Marsteurer
Rache an unmündigem Täter
Da sich der Gesetzgeber nicht aufrafft, auch unter 14-Jährige zur Verantwortung zu ziehen und entsprechend zu bestrafen, sah sich ein serbischer ...
August Riegler

Voriger Tag
21.6.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung