Nach einem hervorragend dirigierten Neujahrskonzert mit teilweise hochinteressanten und noch nie gespielten Werken übt die „Kultursprecherin“ der Grünen Kritik am diesjährigen Auftritt. Es wäre an der Zeit, endlich eine Dirigentin zu engagieren und das Neujahrskonzert nicht immer Männern zu überlassen, meinte sie. Nur zählt in der Kunst das Ergebnis und nicht das Geschlecht, die Nationalität oder die Religion und schon gar nicht irgendwelche emanzipatorischen Gedankenwelten, wobei es eine Reihe sehr guter Dirigentinnen gibt, die sich nicht mehr beweisen müssen. Und die Kritik am „militanten“ „Radetzkymarsch“, der seit Jahrzehnten traditionellerweise den Abschluss dieses Konzerts bildet, ist mehr als entbehrlich, denn dieses Werk entstand vor über 170 Jahren und ist politisch und ideologisch so unverdächtig wie „Stille Nacht“. Ein Armutszeugnis multipler Kulturlosigkeit oder bewusste Provokation der österreichischen Kulturseele?
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