Das freie Wort

Liebe Klimakleber!

Der 20. 11. 2023 geht als bisheriger negativer Höhepunkt eurer Aktionen in die Geschichte ein. Über 70 von euch haben die Straßen in und rund um Wien blockiert, um darauf aufmerksam zu machen, dass das Klima gerettet werden muss. Ich befürworte Aktionen von Personen, die sich über die Zukunft Gedanken machen, die Sorgen haben und auf eine sauberere Welt hinarbeiten. Leider muss ich aber festhalten, dass solche Aktionen genau in die falsche Richtung gehen. Zahlreiche Arbeitnehmer, die ihrem Job nachgehen wollen und müssen, werden auf idiotische Weise daran gehindert. Nein, noch mehr, wer weiß, ob nicht aufgrund von solch unnötigen Aktionen Menschen aufgrund von „Zuspätkommen“ ihren Job verlieren und so um ihre Existenz bangen müssen? Autos, Lastwagen und Busse stehen über zwei Stunden im Stau und stoßen Unmengen an Umweltgiften aus. Anstatt 30 Minuten ist man plötzlich drei Stunden unterwegs und schadet so der Umwelt um ein Vielfaches mehr. Und zum Abschluss noch eine persönliche Geschichte: Zwei Schulklassen (sicher nicht die einzigen) fahren mit dem Bus auf Schulausflug, um sich unter anderem ein geschichtliches Museum anzuschauen. Aus dem Plan der Lehrkräfte ist leider nichts geworden. Denn die Zeit war zu kurz, um noch durch Wien durchzukommen und rechtzeitig zur Führung zu erscheinen. Über 40 enttäuschte Kinder, die mit dem Bus umdrehen und den Ausflug abbrechen mussten. Liebe Letzte Generation: Es gibt auch noch jüngere Leute als euch. Und für solche Leute solltet ihr mit eurem Engagement ein Vorbild sein. Aber ich kann euch eines mit Sicherheit sagen, diese Kinder sind maßlos enttäuscht, und alles, was sie aus diesen Aktionen mitnehmen, ist, dass die Klimakleber schuld daran sind – Menschen, wie ihr es seid, mit eigentlich guten Ideen und Ansätzen, aber mit Aktionen, die niemand (und vor allem nicht Kinder) verstehen kann.

Alexander Koger, B.Sc., Lanzenkirchen

Erschienen am Do, 23.11.2023

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