Politik(er)-Beschimpfung ist leider gang und gäbe. Damit wird das Vertrauen zwischen Politik und Bürgern nicht verbessert, genau das wäre aber notwendig. Wichtig ist, nicht alle Politiker in einen Topf zu werfen, sondern genau(er) hinzuschauen. Es reicht nicht, die vielen Pannen und Peinlichkeiten, die einzelnen Politikern passieren, immer wieder aufzuwärmen und hochzuspielen, um den Empörungspegel möglichst lange hochzuhalten. Es ist auch nicht weitsichtig, jene zu unterstützen, die immer nur fordern und noch mehr fordern, ohne dass sie dazusagen, woher die finanziellen Mittel kommen. So als wäre überhaupt keine Sparsamkeit mehr notwendig oder diese wäre nur noch in die Zukunft zu verschieben, ohne Rücksicht und zu Lasten der jungen Menschen. Tatkräftige ergebnisorientierte Pragmatiker und Kümmerer, die auch an morgen denken, verdienen mehr Unterstützung. Man sollte Bemühungen und Gelungenes auch sehen und anerkennen. Oberflächliches Hickhack, von dem es viel zu viel gibt, nervt, weil es nicht nur null Nutzen für den Bürger bringt, sondern er sich angewidert sieht. Voneinander lernen, gerade auch vom sogenannten „Gegner“, aufeinander zugehen, einander nicht überfordern, sondern Notwendiges und Machbares möglichst gemeinsam in Angriff nehmen wollen – in diese Richtung sollte es doch im Interesse der Bürger und der Zukunft gehen.
Karl Brunner, Klagenfurt
Erschienen am Mi, 11.10.2023
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