Anlässlich der kürzlich präsentierten – negativen – Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich doch einige klarstellende Fakten: 1.) Dr. Georg Wailand hat mit seinen Kolumnen vollkommen recht. Es fehlt der Opposition an ökonomischen Grundkenntnissen. Bruno Kreisky hat einmal gesagt: „Lernen S’ Geschichte“. Dem kann man sich nur anschließen, mit der Ergänzung „Lernen S’ Wirtschaft und Ökonomie“. Das gilt insbesondere für das neue Führungsteam der SPÖ und auch für die FPÖ. 2.) Der negative Ausblick hat mehrere Ursachen, großteils global induziert. 3.) Allen voran steht die Finanzierung – „Geld drucken“ – der Staatsschulden in Europa in den letzten Jahren. Das hat die Inflation massiv angeheizt. 4.) Die EZB hat viel zu lang – auf Druck der verschuldeten Staaten – mit einem sanften Zinsanstieg gewartet, um dann viel zu radikal zu reagieren. 5.) Der Krieg in der Ukraine und die Lieferengpässe/Verknappung bei Vormaterialien hat den Kostenanstieg stark beschleunigt. 6.) Und zu guter Letzt hat die aktuelle Regierung in Deutschland das Land in eine massive Rezession geführt, die uns mitreißt. 7.) Österreich selbst hat zu 3.–7.) wenig beigetragen. Was aber ständig von der Opposition an Staatseingriffen gefordert wird, hat genau zu diesen massiven Defizitausweitungen in Südeuropa geführt und uns in diese Misere gebracht. 8.) Unser eigener Beitrag liegt insbesondere in der Art der Inflationsberechnung, indem bei uns sowohl Warenkorb wie auch Gewichtung sehr unterschiedlich zu unseren Nachbarn sind. Deshalb ist auch die Kerninflation, also Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, bei uns etwa 2% niedriger als der Verbraucherpreisindex (VPI), der aber Maßstab für fast alle Indexklauseln ist. Damit fallen aber auch die 2. bzw. 3. Rundeneffekte jeweils höher aus, der Effekt prolongiert sich. Insofern kommt der Statistik Austria eine sehr große Bedeutung zu. Deren Führung wurde bis vor kurzem, von der SPÖ eingesetzt. Man muss die Zusammenhänge verstehen, um sie richtig und nicht ideologisch zu interpretieren. 9.) Wirtschaftswachstum wird nicht durch Transferzahlungen, die zu einer Erhöhung der Staats-schulden führen, sondern NUR durch Investitionen von Unternehmen im Inland und durch Leistung und Arbeitseinsatz der Mitarbeiter erzielt. NUR durch Leistung entsteht Wohlstand und Wachstum. 10.) Die Diskussion zur 32- Stunden-Woche, zu Steuern auf Vermögen/Erbschaft, zu Gehaltsabschlüssen über 10% bewirkt genau das Gegenteil, nämlich eine ganz schlechte Stimmung und KEINE Investitionen im Inland. Die Wirtschaft braucht Rechtssicherheit – auch im Steuerrecht. Gerade die neue Führung der SPÖ und leider auch die Gewerkschaft sind mit Ihren Forderungen am Holzweg und bewirken das Gegenteil von gut. 11.) Die Abschaffung der kalten Progression hat diese Regierung umgesetzt und damit einen ganz wichtigen Schritt gemacht, der leider viel zu wenig beachtet wird und die Kaufkraft deutlich stärkt. Es bleibt mehr Netto vom gleichen Brutto übrig! Wachstum kann nicht politisch verordnet werden. National braucht es eine Zusammenarbeit aller Parteien im Parlament, der Regierung und der Sozialpartner. Sowie ein/e Ausbildung/Wissen zu Volkswirtschaft und Unternehmertum und die Erkenntnis, dass nur Leistung zu Wohlstand führt.
Dr. Alexander Hartig, per E-Mail
Erschienen am Mi, 11.10.2023
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen das krone.at-Team
Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.