Bayern und Hessen haben am Sonntag ihren Landtag gewählt. Sowohl die Wähler als auch die Politiker atmeten auf und waren froh, dass der Wahlkampf zu Ende ist. Es ist sehr bedenklich, wenn um Wählerstimmen geworben wird und dies mit Anfeindungen, Unterstellungen oder Niedermachen des Mitbewerbers einhergeht. Der Schwächeanfall eines Parteivorsitzenden mit Krankenhausaufenthalt ließ sich trotz Bemühungen nicht als tätlicher Angriff auf Partei und dessen Vorsitzenden umdeuten. Nazistisches Gedankengut eines anderen Spitzenkandidaten hingegen wurde als lässliche Jugendsünde verharmlost. Alle Kritik daran wurde als persönliche Hetzjagd verurteilt und es hat zum Trotz jetzt erst recht genutzt. Es wundert nicht, dass alle aufatmen und froh sind, dass diese unsägliche Zeit endlich vorbei ist. In Österreich nimmt der Wahlkampf für die Nationalratswahl im Herbst 2024 Fahrt auf. Erste Eindrücke lassen darauf schließen, dass auch hier mit allen Mitteln und im wahrsten Sinne des Wortes, um jede Stimme gekämpft wird. Leider besteht kaum Hoffnung, dass weniger Wahlkampf und mehr Wahlwerbung die nächsten Monate prägen werden. Die Wählervertreibung geht in die nächste Runde und vergiftet das politische Klima. Warum Wahlwerbung der politischen Parteien vor allem über Abwertung und Angriffe auf die Mitbewerber zum Erfolg führen sollte, können wohl nur die Parteistrategen erklären. Die Wähler sind entsetzt und angewidert über die Art der Wahlwerber, wie diese um Stimmen buhlen. Noch ist Zeit, es nicht unseren Nachbarn gleichzumachen und wie dort noch mehr verbrannte politische Erde anzuhäufen.
Franz Peer, Linz
Erschienen am Di, 10.10.2023
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