Das freie Wort

Auf wie viel Wohlstand wollen wir verzichten?

Wir in Europa, wir in der EU. Schon die fast ungehemmte Geldvermehrung durch die EZB hat viel Wohlstand vernichtet, vor allem bei Sparern. Und mit der daraus folgenden Inflation mit rasanten Preisanstiegen konnten viele Lohn- und Gehaltsempfänger und die meisten Pensionisten nicht mithalten. Dann sind da die Klimaschutzmaßnahmen, die bei uns ein Ausmaß an Verboten und Einschränkungen angenommen haben, die es anderswo auch nicht annähernd gibt. Die produzierenden Bereiche, vor allem die Industrie, sind massiv betroffen. Arbeitsplätze sind zu Tausenden verloren gegangen mit sofortigem Wohlstandsverlust bei den Betroffenen. Die Produktion verlagert sich nach Asien und wird dort weit umwelt- und klimaschädigender aufgenommen, als das bei uns der Fall war. Die europäische Autoindustrie, der Motor der europäischen Wirtschaft, wird gerade mit dem Verbot des Verbrennungsmotors praktisch zugrunde gerichtet, ebenso wie die chemische Industrie Europas mit einem weitgehenden Verbot chemischer Dünge-, Pflanzenschutz- und Ungezieferbekämpfungsmittel. Die Produktion von Medikamenten hat sich sowieso schon fast völlig aus Europa verabschiedet. Die Energieproduktion wird radikal eingeschränkt durch das Verbot der Verwendung von Kohle, Öl und Gas. Und dann gibt es auch noch die Beschränkungen für die Landwirtschaft mit der Stilllegung von landwirtschaftlichen Flächen. Auch hier gehen viele Arbeitsplätze verloren. Weiters bewirkt die Zuwanderung aus fremden Kulturen eine Bevölkerungszunahme, die keiner gleichlaufenden Zunahme der produktiven Kräfte entspricht, sodass die bestehende Infrastruktur (von Wohn- und Schul- bis Gesundheitsversorgung) überfordert wird und wachsende Sozialleistungen und Steuern die Folge sind. Schulbildung und Leistungsbereitschaft gehen zurück. Nichtsdestotrotz wachsen die Ansprüche. Das geht nicht zusammen. Der Wohlstand nimmt ab. Kein Wunder jedenfalls, dass da Europa seine Stellung in der Welt verliert. Wir werden zwar klimaneutral sein, aber nur viel weniger produzierende Betriebe haben, keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, eine wenig ertragreiche Landwirtschaft, viel Nachfrage nach Elektrizität und zu wenig Produktion. In der restlichen Welt aber werden Verhältnisse bestehen, wie wir sie derzeit haben oder kürzlich noch hatten. Und es geht schneller, als man denkt! Die junge und mittlere Generation bestimmt über all das jetzt, und sie wird die Auswirkungen auch zu spüren bekommen. Wir Alten sind da zum Glück weitgehend eh schon heraus.

Peter F. Lang, Wien

Erschienen am Sa, 7.10.2023

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