Ich bin Bäuerin. Und ich mache mir Gedanken. 2026 wurde zum „Internationalen Jahr der Bäuerin“ ausgerufen. Eine schöne Geste – aber sie wirft für mich eine zentrale Frage auf: Welchen Wert hat unsere Arbeit tatsächlich? Wir sprechen viel von Nachhaltigkeit, von regionaler Versorgung und davon, unabhängig vom Ausland zu sein. Doch gleichzeitig erleben wir in der Praxis etwas anderes. Die Kosten steigen – und zwar spürbar. Fast täglich erreicht uns derzeit ein Schreiben einer Firma, in dem erklärt wird, warum ihr Produkt teurer wird: Dünger, Energie, Diesel, Futtermittel, Ferkelmilch, Besamung. Auch die Sozialversicherungsbeiträge sind zuletzt um über 7% gestiegen. Nur eines wird nicht teurer: unser eigenes Produkt. Im Gegenteil, oft erzielen landwirtschaftliche Erzeugnisse heute sogar geringere Preise als im Vorjahr. Und das ist nur die eine Seite. Die andere ist der Alltag, der oft unsichtbar bleibt. Wenn viele Menschen am Ostersonntag im Kreis ihrer Familie sitzen, stehen wir im Stall – etwa mit dem Tierarzt bei den Muttersauen. Tiere kennen keine Feiertage. Sie brauchen Betreuung, 365 Tage im Jahr. Verantwortung lässt sich nicht verschieben. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft von Konsumentenseite zunehmend kritisch gesehen. Kritik ist wichtig – aber sie sollte auch mit Verständnis für die Realität verbunden sein. All das macht nachdenklich. Wie lange kann und will man diesen Weg noch gehen? Und vor allem: Was sagt man der nächsten Generation? Wenn wir wollen, dass es auch in Zukunft regionale Landwirtschaft gibt, dann braucht es mehr als Worte. Es braucht echte Wertschätzung – und Rahmenbedingungen, die ein Weiterarbeiten überhaupt ermöglichen. Denn sonst bleibt vom „Jahr der Bäuerin“ am Ende nur eines: ein Titel ohne Zukunft.
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