Das freie Wort

Straße der Dunkelheit

Orbán macht gerne von sich hören. Positives ist niemals dabei. Diesmal packt er die Nazi-Sprache aus. Vielen taugt das, auch in Österreich. Es taugt ihnen, dass die lästige freie Presse ausgeschaltet wird, dass Wahlen zu einer Farce verkommen, dass die guten alten Zeiten verklärt und hochgelebt werden, dass wieder unverblümt dem Antisemitismus gefrönt werden darf, dass Rassismus Staatsdoktrin ist. Auch in Österreich hätten viele wohl gerne einen neuen „Führer“, der sich mit anderen Autokraten, wie es Orbán tut, auf ein Packl haut und die unangenehme Demokratie aushebelt, damit man sich diese lästige Meinungsfreiheit und daraus folgende Diskussionen nicht mehr geben muss. Natürlich trieft auch der Egoismus aus dieser Einstellung heraus, der gerade jetzt Hochkonjunktur hat. Orbán wird hochgejubelt, weil er sich mit einem faschistischen Aggressor einlässt, weil er angeblich „das Beste“ für sein Land tut. Er ist der große „Volksheld“, weil er sich gegen die EU stellt, von der Ungarn aber Milliarden an Förderungen erhält und obwohl die Menschen dort massiv von der Personenfreizügigkeit profitieren. Damit ist er voll auf der Linie vieler Menschen in Österreich, die vor lauter Egoismus und kurzfristigem Denken nicht wissen, was man anrichtet, wenn man einen Aggressor gewähren lässt. Es ist traurig zu sehen, auch in den vielen „Krone“-Leserbriefen, wie sehr viele Menschen in die Propaganda-Falle von Diktatoren und Autokraten kippen. Sie sind blind und sehen nicht, dass man mit diesem Gedankengut nichts erreicht. Nur eine freie Demokratie, nur Solidarität und Gemeinschaft, auch wenn sie einmal wehtun sollte, sind die Grundlagen für eine prosperierende Gesellschaft, von der alle profitieren. Autokratie und Diktatur sind die Straße in die Dunkelheit, der leider nur allzu viele Menschen folgen.

Andreas Laszakovits, per E-Mail

Erschienen am So, 31.7.2022

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