Ministerpräsident Draghi war zweifelsohne ein Hoffnungsträger des krisengeplagten Italien. Er wollte das Land modernisieren und musste letztendlich feststellen, dass das Parlament seine Reformen gar nicht möchte. Mit seinem Rücktritt steuert die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone nicht nur auf Neuwahlen im Herbst zu, sondern dem Land droht auch der Absturz in den Populismus. Laut aktueller Umfragen gibt es bei Neuwahlen große Siegchancen für ein Bündnis der Rechtsparteien Brüder Italiens, Lega und Forza Italia. Das muss der EU große Sorgenfalten bereiten, denn eine neue Regierungsbildung könnte durch ein rechtes Bündnis erfolgen, welches Kreml-Chef Putin unterstützt. Die derzeit beliebteste Politikerin in Italien nach Draghi ist nämlich ausgerechnet die Rechtspopulistin Giorgia Meloni. Dem Stiefelstaat stehen somit wohl turbulente politische Zeiten bevor.
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