Großbritanniens Premierminister Boris Johnson verhält sich in den Verhandlungen um einen Handelspakt mit der EU wie ein unverantwortlicher Pokerspieler. Anstatt sich in der goldenen Mitte zu treffen und sich auf ein faires sowie für beide Seiten akzeptables Handelsabkommen zu einigen, liefert man sich schon seit Monaten ein unwürdiges Schauspiel. Für ein Rosinenpicken ist es aber definitiv der falsche Zeitpunkt. Gelingt der erhoffte Durchbruch in den Verhandlungen nicht, wird speziell der ökonomische Schaden für Großbritannien mitten in der Corona-Pandemie exorbitant sein. Auch die politischen Folgen mit der Unabhängigkeitsbestrebung Schottlands sind nicht absehbar. Die EU hingegen wird auch einen No-Deal-Brexit einige Jahre gut aushalten.
Ingo Fischer, Lavamünd
Erschienen am Sa, 12.12.2020
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