Das freie Wort

Eurofighter

Ich bewunderte zuerst die Entscheidung für Eurofighter als Nachfolgemodell der schrottreifen Draken auf dem Stand der 1960er-Jahre. Es war die beste Entscheidung im Verteidigungsbereich seit Langem für ein europäisches Produkt auf dem Stand der Technik. Dann kam eine andere Regierung, und ein zum Verteidigungsminister beförderter Zivildiener versuchte parteipolitisch seinen Fördergebern zu gefallen. Auf Kosten der öffentlichen Sicherheit wurde mit Steuergeld eine erbärmliche Vorstellung inszeniert, um die vorhergegangene Regierung schlechtzumachen. Das Ergebnis waren weniger Flugzeuge in einer so stark reduzierten Ausstattung, dass die dem ausgeschriebenen Verwendungszweck gar nicht mehr entsprechen konnten. Anstatt gleich in die notwendige Ausrüstung zu investieren, wurden Schmierenkomödien mit Beratern und Lobbyisten veranstaltet. Sich jetzt gegen Airbus zu wenden, ist in der ganzen Tragödie der Schlussakkord. Die damaligen Schauspieler im politischen Kabarett sind in erster Linie verantwortlich, aber Airbus hat selbst leider die Lage falsch eingeschätzt und die Auftragsausführung nicht sofort abgesagt – wegen völliger Inkompetenz aufseiten der Auftraggeber. Verhältnisse wie in einer Bananenrepublik, die hat man Österreich dann doch nicht zugetraut, in edler Überschätzung der Realität. Dass es auch auf kompetente Weise sogar in Österreich funktionieren kann, hat uns die erste Expertenregierung unter Bierlein deutlich vorgeführt, die leider nicht nochmals zur Verfügung steht.

Dipl.-Ing. Dr. techn. Harald Koffler, Villach

Erschienen am Fr, 13.3.2020

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