Ja, die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg ist zu einer Art Ikone geworden. Viele kritisieren das. Sie sträuben sich gegen den angeblichen Kult um Greta. Sie kritisieren Greta, weil sie zu einer Ikone, zum Symbol für eine Bewegung geworden ist. Ich frage mich immer, was das sein soll. Was ist schlecht daran, wenn man einer Bewegung, die nur Gutes im Sinne hat, ein Gesicht gibt, ein Gesicht, das es gar nicht sein wollte. Es ist aber passiert. Greta ist zum Symbol, zum Gesicht dieser weltumspannenden Bewegung geworden, die weit über ein paar Jugendliche hinausgeht, die an einem Freitag mit Plakaten auf die Straße ziehen. Es sind mittlerweile Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen von Menschen, die sich für diese Bewegung einsetzen, die Fridays for Future unterstützen und auf die Straße gehen. Der so dringend benötigte Druck auf die Politik ist da, er wird immer stärker spürbar. Erste Maßnahmen, wie das Klimapaket in Deutschland, auch wenn es natürlich viel zu wenig ist, sind bereits sichtbar. Natürlich ist das erst ein Tropfen auf den heißen Stein. Natürlich muss da noch viel mehr kommen. Aber ich bin mir sicher, dass die Bewegung keine Ruhe geben wird. Sie wird weiter auf die Straße gehen und Druck machen, dass endlich die notwendigen Veränderungen passieren. Zurück zu Greta. Sie ist das Symbol für diese Bewegung geworden, und das ist verdammt gut so. Sie hat der Bewegung ein Gesicht gegeben, das um die Welt geht. Sie setzt sich bedingungslos für die Sache ein, und das ist eine gute Sache. Sie setzt auf Widerstand, auf die Macht der Worte, auf Beharrlichkeit. Sie hat etwas maßgeblich mit in die Welt gerufen, das ein Schritt von vielen sein muss, um unsere Lebensgrundlagen zu retten, zu ändern und zu verbessern. Sie hat genau gar nichts mit einer bedingungslos angebeteten, angeblichen Heilsfigur, wie sie zum Beispiel Haider, war zu tun. Sie setzt sich für etwas Gutes, etwas Wichtiges ein und setzt dafür auf Fakten. Dafür steht sie als Symbol, dafür steht sie als Ikone, und das ist gut so.
Andreas Laszakovits, per E-Mail
Erschienen am So, 29.9.2019
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