Ich bin knapp 80 Jahre alt und immer noch im Umweltschutz aktiv. Klimaschutz und Umweltschutz sind derzeit in aller Munde. Fridays for Future – Freitage für die Zukunft. Das ist ein Massenrummel, eine Anleitung zum Schulschwänzen. Macht diese Veranstaltungen doch am schulfreien Samstag. Aber da käme wohl kaum eine oder einer. Jetzt wird behauptet, unsere Generation sei schuld am Klimawandel. Unsere Generation hat Lebensmittel nicht weggeworfen, wir haben Dinge nicht weggeworfen, sondern repariert, wir haben das Licht abgedreht, wenn man den Raum verlässt. Heute lebt man in einer Wegwerf- und Vergeudungsgesellschaft. Wer den Urlaub nicht irgendwo weit fort verbracht hat, wird mitleidig angesehen. Veranstaltungen arten zu Müllorgien aus, siehe Donauinselfeste oder Frequency in St. Pölten. Eine Woche lang muss dort dann nachher der Abfall weggeräumt werden. Jeder Schritt wird mit dem Wagen gefahren. Und das muss selbstverständlich ein möglichst neuer und großer sein. Sehr beliebt sind SUVs, solche Geländewagen braucht man ja wie einen Kropf in der Großstadt. Ja, auch ich habe ein Auto. Aber wir fahren nur, wenn es wirklich wichtig ist, wenn wir z. B. viel transportieren müssen. Mein Wagen ist 18 Jahre alt, aber tipptopp gewartet und in Schuss. Warum noch immer dasselbe Auto? Die Erzeugung eines Pkw verbraucht wesentlich mehr Umweltressourcen als der jahrzehntelange Betrieb. Also fahre ich jeden Wagen bis zu seinem technischen Ende. Und das gilt für alle Güter. Unsere Generation hat sparen gelernt. Wir nutzen die Güter der Erde verantwortungsvoll. Wir verwüsten die Umwelt nicht.
Helmut Belanyecz, Wien
Erschienen am So, 29.9.2019
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