Die FPÖ tut mir schon fast leid. Zuerst die Ibiza-Affäre, nun der Schock über die angeblichen „ Ungereimtheiten“ bei den Spesenabrechnungen des Ex-Parteiobmannes H.-C. Strache. Doch die Verteidigungslinie der FPÖ-Führung ist strategisch klug: Es ist wiederum von „Netzwerken“ die Rede, von kriminellen Machenschaften rund um den Ex-Obmann. Vom Faktum selbst, dem Delikt der Untreue, von der die Staatsanwaltschaft spricht, ist nicht die Rede. In Wirklichkeit patzte sich Strache selber an. Aber für die Partei ist es furchtbar schwer, dies zuzugeben. Wäre dies in einer anderen Partei passiert, sie hätte diese Skandale förmlich in der Luft zerrissen. Sofern sich diese Vorkommnisse nicht schon im Wahlergebnis am 29. 9. niederschlagen, bei den Koalitionsverhandlungen werden diese Strategiespiele vermutlich nicht mehr fangen. Dann geht’s nicht mehr um einen der sattsam bekannten „Einzelfälle“, sondern um eine Bombe, die man nicht mehr wortreich relativieren kann. Es ist quasi ein Ibiza 2.0.
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