Tony Stark (Robert Downey Jr. in einer Glanzrolle) führt ein nahezu verpflichtungsfreies Leben voller bedeutungslosen Affären, ironischer Sprüche und Preisverleihungen für die von seinem Vater gegründete Waffenfirma Stark Industries, die das US-Militär zu den größten Einkäufern zählt. Familie hat er keine mehr, die einzige Person, die sich mit Herz um den Mann ohne Gewissen kümmert, ist seine Assistentin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow).
Nach einer weiteren durchzechten Nacht in Las Vegas startet der Multimilliardär in einer Maschine nach Afghanistan, mit an Bord auch sein Air-Force-Freund Jim "Rhodey" Rhodes (Terrence Howard). Die dort präsentierten neuen Jericho-Raketen machen auf die Militärs wie erwartet mächtig Eindruck und Tony Stark begießt den Erfolg auf dem Weg zurück im Wagen mit den "Party People", wie er zu Rhodes ironisch anmerkt. Plötzlich bricht Chaos aus, ein Wagen explodiert, die jungen Soldaten im Jeep sterben im Kampf und auch um Stark steht es schlecht, als eine Stark-Industries-Bombe vor seinen Füßen explodiert.
Das böse Erwachen ist nicht weit, er findet sich in den Händen einer Terrorgruppe in den Bergen Afghanistans wieder. Nicht genug, dass er ihnen eine Jericho-Rakete bauen soll, außerdem wurde er durch die Explosion schwer verletzt und muss fortan mit einem Magneten im Brustkorb - der Granatsplitter von seinem Herzen fernhält - leben. Operiert wurde er vom ebenfalls gekidnappten Yinsen (Shaun Toub), der ihm eindringlich klarmacht, dass seine Waffen nicht nur in den Händen der Amerikaner landen. Eine Wahrheit, die Tony spätestens dann erkennt, als ihm einer der Befehlshaber stolz die Stark-Industries-Waffensammlung präsentiert.
In Tony Stark steckt wider Erwarten nicht nur ein gewissenloses Partytier, er ist tatsächlich ein außergewöhnlich kluger Kopf und bastelt sich eine alternative Energiequelle für den Magneten, der sein Herz schützt. Doch statt anschließend die Jericho zu bauen, werkelt er mit Yinsens Hilfe an einem Metall-Anzug, der ihnen zur Flucht verhelfen soll. Das klappt zwar nicht wie geplant, doch Tony kann sich zu den Amerikanern durchschlagen und ist fortan wie ausgewechselt. Auf einer mehr als unkonventionellen Pressekonferenz kündigt er an, die Waffenproduktion aufzulassen - sehr zum Missfallen seines väterlichen Geschäftspartners Obadiah Stane (Jeff Bridges).
"Iron Man" kommt erfrischend unpathetisch daher, Regisseur Jon Favreau erspart Superhelden-Fans dankenswerterweise die übliche US-Glorifizierung (stattdessen finden sich zahllose ironische Anspielungen auf die Waffenliebe der Amerikaner) und auch die Herzschmerz-Momente sind an einer Hand abzuzählen. Stattdessen warten jede Menge Action und markige Sprüche, auch als Superheld behält Tony zur Freude des Publikums seinen Charakter mit Ecken und Kanten, er verkommt weder privat noch im Superheldenanzug zur jammernden Spider-Man- oder übermäßig moralischen Superman-Kopie. Wer trockenen Humor, waghalsige Flugmanöver, viele Explosionen und einen Film zum Abschalten sucht, der ist bei "Iron Man" genau richtig.
von Bernadette Geißler
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