04.04.2008 12:20 |

Josef Mikl ist tot

Österreichischer Maler Mikl 78-jährig gestorben

Der bekannte österreichische Maler Josef Mikl ist tot. Mikl starb bereits am vergangenen Samstag nach kurzer, schwerer Krebserkrankung in seiner Wiener Wohnung. Das gab seine Witwe am Freitagvormittag bekannt. Das Begräbnis fand gestern am Döblinger Friedhof im engsten Familienkreis statt, die Todesnachricht wurde seinem Wunsch gemäß erst danach bekanntgegeben. Mikl wurde 78 Jahre alt.

Am 8. August 1929 in Wien geboren, besuchte Mikl von 1946 bis 1948 die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt und studierte anschließend bis 1955 Malerei bei Josef Dobrowsky an der Akademie der bildenden Künste. Rasch erarbeitete er sich den Ruf eines führenden Vertreters der österreichischen Abstraktion. Mikl war neben Maria Lassnig und Friedensreich Hundertwasser Mitglied im legendären Wiener Art Club, dem wichtigsten Künstlertreff der frühen 50er Jahre. 1956 gründete er gemeinsam mit Hollegha, Prachensky und Rainer die Gruppe Galerie St. Stephan.

1968 vertrat der Maler Österreich bei der 34. Biennale in Venedig, 1977 war er Teilnehmer an der documenta 6 in Kassel. 1969 wurde er an die Akademie der bildenden Künste berufen, wo er eine Meisterklasse für Malerei übernahm. 1997 wurde er emeritiert. 2004 erhielt Mikl das "Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" und den Ehrenring der Stadt Wien.

"Das Wort Zeitgeist ist eine Beleidigung"
Mikl gilt als bedeutendster Exponent des österreichischen Informel, verwahrte sich aber stets gegen eine Zuordnung als Repräsentant einer bestimmten Stilrichtung und positionierte sich bewusst abseits wechselnder Moden: "Das Wort Zeitgeist ist eine Beleidigung ... Die Malerei verkehrt in dieser Gesellschaft nicht", lautete die Erklärung des Künstlers dazu. Auch die Bezeichnung "gegenstandslos" lehnte Mikl ab und verwies in einem Interview darauf, dass es zur Bildwerdung stets einen Inhalt brauche. Natur und Figur sind denn auch stets Inhalt seiner sensibel-kraftvollen gestischen Abstraktionen und malerischen Kompositionen.

1997 wurde der von Mikl nach dem Brand neu gestaltete Große Redoutensaal wiedereröffnet. Seine in Rot und Gelb gehaltene Arbeit besteht aus einem Deckenbild und 22 Einzelgemälden und setzt bekannte Werke und literarische Figuren österreichischer Autoren bildnerisch um. Der Entwurf werde "als ein eindeutiges und eindrucksvolles Zeugnis des ausgehenden 20. Jahrhunderts" bestehen, so die damalige Jury.

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