Selbstmordserie
Mysteriöse Suizid-Sekte im Internet?
Die Serie hatte im Jänner 2007 begonnen, als der Leichnam eines 18-Jährigen in einem leer stehenden Haus gefunden wurde. Da die meisten Opfer einander kannten und das in der vergangenen Woche gefundene Mädchen mit "Ruhe in Frieden, Clarky" eine Botschaft an einen der früheren Selbstmörder hinterlassen hatte, will die Polizei jetzt den Computer der 17-Jährigen durchforsten.
Das Mädchen hatte sich wie die vorherigen Selbstmörder erhängt. Innerhalb von 24 Stunden nach ihrem Tod versuchten zwei Freundinnen des Mädchens sich ebenfalls zu töten.
"Dummer Modetrend"
Der Vater des "Clarky" genannten Burschen sagte in einem am Mittwoch erschienenen Zeitungsinterview, diese Selbstmorde seien "sehr seltsam". "Wir wissen nicht, ob das vielleicht eine abstruse Sekte oder ein kollektiver Selbstmord oder eine Art Selbstmordpakt ist", sagte Kevin Clarke. Es sei wie ein "dummer Modetrend", sagte die Mutter eines der toten Jugendlichen. Sie alle schienen sich zu kopieren.
Medien berichteten, die Jugendlichen brächten sich möglicherweise mit dem Wunsch um, dass Freunde im Internet eine Erinnerungsseite einrichteten. Es sei "vollkommen verrückt" sich vorzustellen, dass eine solche Erinnerungsseite der Grund für einen Selbstmord sei, sagte die Parlamentsabgeordnete von Bridgend, Madeleine Moon. Sie befürchtet, dass diesen Jugendlichen bei ihrem Eintritt in die virtuelle Welt auf Seiten wie Bebo das Gefühl für wirklichen Verlust verloren gehe.
Rätsel für die Polizei
"Ich verstehe das nicht", gab der Polizist Philip Walters zu, der die Untersuchungen der drei ersten Selbstmorde der Serie leitete. Einen konkreten Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen der Serie und den Internet-Kontaktseiten gebe es nicht. Die Foren seien von überall zugänglich, warum sollten sie also gerade in Bridgend diese Vorfälle auslösen, fragte Walters. Bei bisherigen Befragungen sei keine solcher Seiten erwähnt worden.




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