"Terrorverdacht"
In Kenia festgenommene Deutsche wieder frei
Hermlin und Hauth waren in der Nacht auf Freitag wegen Terrorismusverdachts festgenommen worden. Bei waren Fotos von "wichtigen Einrichtungen" des Landes gefunden worden und sie verhielten sich verdächtig, erklärte Kenias Polizei am Freitag. Die Festgenommenen waren als Journalisten eingereist. Die deutsche Zeitschrift "Super Illu" erklärte, der 42-jährige Hermlin - Sohn des verstorbenen Schriftstellers Stephan Hermlin und bekannter Swing-Musiker in Berlin - habe für das Blatt an einer Reportage über die Zustände in Kenia gearbeitet.
Berliner Musiker kennt Oppositionsführer persönlich
Hermlin hatte Anfang Jänner Präsident Mwai Kibaki Wahlfälschungen vorgeworfen. Nach eigenen Worten kennt er den kenianischen Oppositionsführer Raila Odinga persönlich. Der Berliner Musiker ist mit einer Kenianerin verheiratet.
In diplomatischen Kreisen hieß es, Hermlin und der Fotograf Hauth hätten in Kenia an einer Geschichte gearbeitet und eine Art journalistische Akkreditierung besessen. Ein Sprecher der kenianischen Oppositionsbewegung ODM sagte, die Niederländerin van Dissel habe an einer Dokumentation über Odinga gearbeitet.
In dem ostafrikanischen Land kam es nach der Wahl am 27. Dezember zu Unruhen, bei denen mehr als 600 Menschen ums Leben kamen. Trotz Manipulationsvorwürfen ließ sich Kibaki kurz nach Bekanntgabe des offiziellen Auszählungsergebnisses für eine zweite Amtszeit vereidigen.
Odinga: Kibaki verwandelt Land in "killing fields"
Der kenianische Oppositionsführer Raila Odinga warf dem amtierenden Präsidenten Mwai Kibaki ungebremste Brutalität vor. "Mwai Kibaki und die Polizei verwandeln Kenia tatsächlich in 'killing fields'", sagte Odinga der "Frankfurter Rundschau". Dies sei auch einer der Gründe gewesen, warum bei den Aktionen der Opposition in den vergangenen Tagen weniger Menschen auf die Straße gegangen seien. Am Freitag waren bei Ausschreitungen mindestens zwölf Menschen getötet worden, ein deutscher Musiker wurde wegen Terrorverdachts festgenommen.
Als Ausweg aus der aktuellen Situation könne er sich eine Vereinbarung mit Kibaki über eine gemeinsame Präsidentschaft oder einen Präsidenten und Vizepräsidenten mit genau definierter Machtteilung vorstellen, ähnlich der großen Koalition in Deutschland, sagte Odinga weiter.



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