17.01.2008 18:26 |

Auf Lkw geprallt

Vier Tote bei schwerem Verkehrsunfall auf der A6

Vier Todesopfer und ein Schwerverletzter - das ist die traurige Bilanz eines schweren Verkehrsunfalls Donnerstag früh auf der Nordostautobahn, der A6, im Burgenland. Auslöser für den Unfall war ein in Richtung Bratislava fahrender Lkw, der im Bereich der Ausfahrt Potzneusiedl Ladegut verlor. Ein nachkommender Sattelschlepper fuhr in die Telwolle-Ballen und hielt am Pannenstreifen. Wenig später prallte ein mit fünf Männern besetzter Pkw, der dem Hindernis auf der Fahrbahn ausweichen wollte, in den abgestellten Lastwagen.

Das Unglück nahm gegen 6.45 Uhr seinen Lauf. Ein mit großen Telwolle-Ballen beladener Lkw aus Mattersburg war in Fahrtrichtung Kittsee unterwegs. Etwa 1.000 Meter nach der Ausfahrt Potzneusiedl verlor der Laster einige Ballen seiner Fracht. Ein nachkommender Lkw fuhr über mehrere Ballen, schilderte der Leiter der Verkehrsabteilung Burgenland, Oberst Franz Füzi, und hielt daraufhin am Pannenstreifen ab, um das Ladegut unter seinem Fahrzeug herauszuziehen.

Plötzlich habe der Fahrer einen lauten Knall gehört: Ein nachkommender, mit fünf Männern besetzter Pkw aus Wien hatte offenbar noch versucht, dem Hindernis auf der Fahrbahn auszuweichen, kam dabei allerdings ins Schleudern und prallte mit der rechten Fahrzeugseite gegen den stehenden Lastwagen, so Füzi.

Für vier der Pkw-Insassen kam jede Hilfe zu spät. Ein etwa 25-jähriger Pole, der sich im Fond des Wagens befand, wurde schwer verletzt von der Feuerwehr aus dem Wrack geborgen und vom ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 9 in das Wiener Lorenz Böhler-Krankenhaus geflogen.

Unglücksfahrer in psychologischer Betreuung
Der Fahrer des Lkw, der die Ballen verlor, erlitt einen schweren Schock. Er musste in der Autobahnpolizeiinspektion Parndorf psychologisch betreut werden. Er hatte den Verlust seiner Ladung bemerkt, war aber zunächst weitergefahren und hatte die A6 dann verlassen, um zwecks Bergung des Ladeguts umzukehren. In der Zwischenzeit kam es zu dem tragischen Unfall.

Autobahn nach Totalsperre wieder freigegeben
Die A6 war nach dem Unfall in Richtung Kittsee zwischen Potzneusiedl und Gattendorf komplett gesperrt. Inzwischen ist der Verkehr auf der Überholspur jedoch wieder freigegeben.

Das Unglück hatte in der Früh einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst: Zwei Notarztfahrzeuge und drei Rettungswagen aus Hainburg, Bruck an der Leitha und Frauenkirchen sowie ein Notarzthubschrauber und die Feuerwehr waren vor Ort.

Erster tödlicher Unfall auf A6
Bei dem Unglück handelt es sich laut Exekutive um den ersten Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang auf der erst im November vergangenen Jahres freigegebenen A6 im Burgenland. Die Autobahn verbindet die A4 mit dem Grenzübergang Kittsee.

Freitag, 07. Mai 2021
Wetter Symbol