Nahost-Tour

US-Präsident Bush besucht Saudi-Arabien

Ausland
14.01.2008 16:48
US-Präsident George W. Bush ist am Montag aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kommend in Riad eingetroffen, Saudi-Arabien ist die vorletzte Station seiner achttägigen Nahost- und Golf-Reise. Bei seinen Gesprächen mit König Abdullah soll es nach Darstellung Washingtons vor allem um eine gemeinsame Politik gegen den Iran sowie um den Nahost-Friedensprozess gehen.

Berichten in US-Medien zufolge soll in Riad auch ein Abkommen über neue US-Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien im Wert von 20 Milliarden Dollar (13,5 Milliarden Euro) bekannt gegeben werden.

In dem von religiöser Intoleranz geprägten Königreich herrscht der puritanische Wahhabismus, eine besonders strenge Variante des sunnitischen Islam. Christliche Religionsausübung ist strikt verboten. Über die Einhaltung der Gesetze wacht die Religionspolizei, deren Spitzel im ganzen Land präsent sind. Den zehntausenden christlichen Gastarbeitern ist - auch innerhalb ihrer Wohnungen - jedwede religiöse Betätigung strengstens untersagt.

Zwischenstation in Dubai
Vor seiner Ankunft in Saudi-Arabien hat US-Präsident George W. Bush am Montag in Dubai Zwischenstation gemacht. Dort begrüßte ihn der Emir, Scheich Mohammed Bin Rashid al-Maktoum, der zugleich Regierungschef der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist. Der verbale Frontalangriff von Bush auf den Iran, den er am Vortag in Abu Dhabi als Förderer des Terrorismus gebrandmarkt hat, ist von der pro-westlichen Presse der Emirate und auch in Saudi-Arabien durchgehend kritisiert worden.

Die Handelsmetropole am Golf war Bushs zweiter Stopp in den Vereinigten Emiraten, mit deren Oberhaupt, dem Emir von Abu Dhabi, Scheich Khalifa Bin Zayed al-Nahayan, er Gespräche führte. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur WAM war in Dubai der Besuch von großen Bauprojekten vorgesehen. In dem Emirat sind zahlreiche US- und internationale Unternehmen präsent. Schulen, Behörden, Geschäfte und die Börse blieben am Montag geschlossen, weil wegen des Besuches mehrere Hauptstraßen und Brücken vorübergehend gesperrt wurden. Der US-Präsident hatte die Vereinigten Arabischen Emirate am Sonntag in einer Rede in Abu Dhabi als Modell für einen "modernen muslimischen Staat" gepriesen.

20-Milliarden-Dollar-Waffendeal vor Abschluss
Die VAE entstanden 1971 durch den Zusammenschluss der Emirate Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Fujairah, Umm al-Qwain, Ajman und Ras al-Khaimah, vormals Protektorate der britischen Krone. Die Nachbaremirate Katar und Bahrain, das inzwischen zum Königreich erhoben wurde, hatten es vorgezogen, ebenso wie Kuwait separat souverän zu werden. Zusammen mit Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain und dem Sultanat Oman bilden die VAE den Golfkooperationsrat (GCC). Nach US-Medienberichten soll bei Bushs Besuch in Riad auch ein Abkommen über neue US-Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien im Wert von 20 Milliarden Dollar - umgerechnet 13,5 Milliarden Euro - bekanntgegeben werden. Ein hoher Beamter des Weißen Hauses wollte in Abu Dhabi lediglich bestätigen, dass es derzeit intensive Gespräche über umfangreiche Waffenlieferungen gebe.

Bush müsste sehr genau wissen, was er aus dem Mund der Führer Saudi-Arabiens zu hören bekommen werde, nämlich "die Verteidigung der Interessen der arabischen und islamischen Welt", schrieb die Zeitung "Al-Watan". Saudi-Arabien habe nie aufgehört, Bush auf die von den USA begangenen "Fehler" im Nahen Osten hinzuweisen. Alle früheren Erfahrungen, die man mit der amerikanischen Führung gemacht habe, müssten "pessimistisch" stimmen, hieß es in einem Artikel von "Okaz".

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