08.01.2008 13:30 |

Gewagte Idee

Sarkozy will keine Werbung im französischen TV

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy überlegt, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Werbeinschaltungen völlig abzuschaffen. Das staatliche Fernsehen könnte durch eine zusätzliche Besteuerung der Werbeeinnahmen von Privatsendern sowie durch eine leichte Internet- und Mobilfunksteuer finanziert werden, sagt Sarkozy am Dienstag.

Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen stehe die "Qualität" im Vordergrund, betonte Sarkozy und fügte hinzu: "Seine Aufgabe ist es, der größtmöglichen Anzahl an Menschen einen Zutritt zur Kultur zu garantieren, die französische Kreation zu fördern." Das Staatsfernsehen solle nicht "elitär" sein, meinte der Staatschef, aber es könne auch nicht nach "reinen Marktregeln funktionieren".

Fernsehen in Frankreich
Das staatliche Fernsehen France Televisions umfasst die Fernsehanstalten France 2, France 3, France 4, France 5 und France O. Die Sender wurden bisher sowohl mit Werbeeinnahmen als auch mit Fernsehgebühren finanziert. Die größten Konkurrenten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sind die Privatsender TF1 und M6 sowie der Pay-TV Sender Canal Plus.

Sarkozy deutet Heirat mit Carla Bruni an
Sarkozy - in Frankreich derzeit "Glamour-Sarko" genannt - macht nicht nur mit seiner Werbe-Offensive Schlagzeilen. Am Dienstag sprach er ganz offen über eine möglich Heirat mit der italienischen Sängerin Carla Bruni, die seine neue Freundin ist.

Vor mehreren Hundert Journalisten im Festsaal des Elysees wollte er sich am Dienstag allerdings nicht auf einen Hochzeitstermin festlegen. "Es ist wahrscheinlich, dass Sie davon erfahren, wenn es bereits passiert ist", sagte Sarkozy. Die Zeitung "Journal du Dimanche" hatte berichtet, die beiden würden sich Anfang Februar das Ja-Wort geben. Seine Beziehung bezeichnete er als ernst. "Carla und ich haben uns entschieden, nicht zu lügen", sagte Sarkozy.

Er wolle den "Bruch mit Scheinheiligkeit und Lügen", verteidigte Sarkozy seine öffentliche Beziehung mit Bruni. Beide wollten aber auch nichts instrumentalisieren. Sarkozy steht seit den offensichtlich mit seiner Zustimmung aufgenommen Urlaubsfotos mit Bruni in Ägypten und Jordanien in der Kritik, er "inszeniere" sein Privatleben. 63 Prozent der Franzosen erklärten in einer Umfrage der linksliberalen Tageszeitung "Liberation", dass Sarkozy sein Privatleben zu sehr zur Schau stelle.

Mini-Eklat in Saudi-Arabien: Bruni durfte nicht mit
Der 52-jährige Staatschef hatte sich erst im Oktober von seiner zweiten Frau Cecilia scheiden lassen und kurz danach das italienische Ex-Modell kennengelernt. Am Montag hatte das Herrscherhaus von Saudi-Arabien Sarkozy gebeten, seine neue Freundin nicht zu dem Staatsbesuch in Riad kommende Woche mitzunehmen, da in dem islamischen Königreich das islamische Recht (die Scharia) gelte. Demnach sind Kontakte zwischen Mann und Frau verboten, die nicht miteinander verheiratet oder verwandt sind.

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